Band 
Vierter Theil.
Seite
236
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236 Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.

Theorie, mit der Erkenntniß, welches Ziel der Chemie eigentlich vorgestecktist, sieht man auch die Unhaltbarkeit der iatrochemischen Theorien ein, undes tragt dieses wesentlich dazu bei, das Interesse an der Untersuchung derorganischen Körper, deren Betrachtung die Jatrochemiker zu so irrigen Re-sultaten geleitet hatte, zu schwachen. Dagegen erkennt man, welchen Schatzvon sicheren Beobachtungen die Chemie den metallurgischen Scheidekünstlernverdankt, und dieses leitet zu der vorzugsweisen Bearbeitung der minerali-schen Substanzen. Man strebt jetzt, das Verhalten der verschiedenen Kör-per zu einander genauer kennen zu lernen, zu untersuchen, aus welchen Be-standtheilen die Verbindungen zusammengesetzt sind; es ist natürlich, daßman sich hauptsächlich mit denjenigen Körpern beschäftigte, welche wenigerleicht veränderlich sind, mit denjenigen Verbindungen, deren Analyse durchdie Synthese bestätigt werden kann. So gewann das Studium der un-organischen Substanzen ein Uebergewicht über das der organischen, und woman sich mit der Untersuchung der letzteren noch beschäftigte, bediente mansich der Methoden, welche sich bei den unorganischen Verbindungen am be-sten bewährt hatten. Die organischen Substanzen wurden jetzt hauptsächlichaus dem pharmaceutischen, weniger aus dem wissenschaftlich chemischenStandpunkt (und dann nur nach dem Muster der Mineralkörper) untersucht.Das Studium der unorganischen Substanzen ließ Verbindungen oder Zer-legungen erkennen, von denen jede einzelne, genau untersucht, die ganzewissenschaftliche Chemie Fortschritte machen ließ; bei dem Studium der orga-nischen Substanzen hatte man immer noch hauptsächlich die Zubereitungpharmaceutischer Mittel im Auge, manchmal auch die Erklärung und Aus-bildung technischer Processe, wie z. B. bei den Untersuchungen über Farbe-stoffe u. a. Selten nur sind die rein wissenschaftlichen Arbeiten über solcheGegenstände, bis gegen das Ende des Zeitalters der phlogistischen Theorie.Zu dem letzteren Zeitpunkte aber beginnt die organische Chemie raschere Fort-schritte zu machen; Scheele's und Bergman's Untersuchungen brechenhier die Bahn. Viele organische Säuren werden als eigenthümliche unter-schieden, und ihre Eigenschaften und Verschiedenheiten genauer untersucht;man lernt natürlich vorkommende organische Säuren aus anderen Körperndurch Kunst darstellen, wie z. B. die Kleesäure; die Einwirkung von Sal-petersäure auf noch andere organische Körper, die Einwirkung von Schwe-felsäure und Braunstein auf einige derselben wird untersucht; ein Zweigder organischen Chemie, welcher seit den Mißgriffen der Jatrochemiker nur