Band 
Vierter Theil.
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237
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Ausbildung der organischen Chemie im Allgemeinen. 237

sparsam bearbeitet worden war, die Thierchemie, gewinnt an H. M. Novelleeinen genaueren Bearbeiter.

Das Interesse, welches die organischen Verbindungen durch diese Ar-beiten erhielten, ließ sie auch von den Antiphlogistikern sogleich und fort-während untersucht werden, obgleich Lav visier's Reform der Chemie sichzunächst an die genauere Beachtung der Gewichtsverhaltnisse bei unorgani-schen Substanzen knüpfte. Lav visier selbst suchte — nachdem er erkannthalte, welche unzerlegbare Substanzen hauptsächlich in die Zusammensetzungorganischer Verbindungen eingehen — auch zuerst die quantitative Zusam-mensetzung für mehrere derselben zu ermitteln; seine Resultate wandte er anzur Erklärung mehrerer der wichtigsten Veränderungen, welche einzelne or-ganische Substanzen erleiden, wie z. B. der Wein- und Essiggährung. Unterden ihm zunächst stehenden Chemikern waren es vorzüglich Fourcroy undVauquelin, welche der organischen Chemie ihre Kräfte zuwandten', undorganisch-chemische Processe (den derAetherbereitung z. B.) zu erklären such-ten. Die Analyse einzelner organischer Substanzen wurde bald durch Gay-Lussac und Thenard, Berzelius u. A. genauer ausgeführt. Der letz-tere der genannten Chemiker bewies 1814, daß auch für die organischenVerbindungen die stöchiometrischen Gesetze gültig sind. Gay-Lussac zeigte1815, daß sich ein zusammengesetzter Körper, das Cyan, wie ein einfacherverhalten kann. Ein Muster einer vollständigeren und erschöpfenden Unter-suchung in der organischen Chemie wurde durch Chevreul's Arbeiten überdie Fette gegeben; es wurde hier der Nutzen der Untersuchungsweise gezeigt,die Veränderungen, welche ein Körper durch chemische Behandlung mit an-deren Substanzen erleiden kann, genau zu studiren, den Körper selbst undseine Veränderungsproducte zu analysiren, das Quantitätsverhältniß derVeränderungsproducte zu bestimmen, und so Controlen für die Analysenund Anhaltspunkte für die Beurtheilung zu gewinnen, was bei der Ein-wirkung anderer Substanzen auf jenen Körper vorgeht, und welche Consti-tution man demselben beizulegen habe. Es war diese Untersuchungswelse,die Verglcichung der Veränderungsproducte eines Körpers mit diesem undUnter einander, durch welche Liebig und Wöhler in ihren zahlreichen Ar-beiten (vergl. Theil I, Seite 438 ff.) zeigten, wie die schwierigsten Gegen-stände der organischen Chemie zu bearbeiten seien; es war diese Untersuchungs-weise, welche erkennen ließ, daß in organischen Verbindungen ein Theil derElemente unter sich in einer innigeren Verbindung stehen könne, als mit