238 Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.
sml,i,ung. den anderen, und welche so die rationelle Constitution der organischen Ver-bindungen beurtheilen und die Existenz organischer Radikale annehmen ließ.— Das Gebiet der organischen Chemie wird nach allen Richtungen durch-forscht; den wenigen Beispielen, die man schon früher über die künstlicheErzeugung natürlich vorkommender organischer Substanzen kannte, reiht sichbald eine größere Zahl an; es mögen von diesen hier nur Kirchhoff'sUmwandlung des Stärkemehls in Zucker (1811), Döbereiner's Darstel-lung der künstlichen Ameisensäure (1822), Wöhler's Bereitung des künst-lichen Harnstoffs (1828) hervorgehoben werden. — Mit dem genauerenStudium einer größeren Zahl von organischen Verbindungen lernt manAnalogien kennen, welche die Betrachtung verschiedener Substanzen und ih-rer Verandecungsproducte erleichtern; es ist in dieser Beziehung namentlichan die Arbeiten zu erinnern, welche Dumas 1827 und 1828 gemein-schaftlich mit Boullay über den Weingeist, und 1834 gemeinschaftlichmit Peligot über den Holzgeist publicirte. — Die Untersuchungswelse,welche sich bei der Erforschung der einfacher zusammengesetzten organischenKörper bewahrte, wurde endlich auch auf die complicirteren animalischen Sub-stanzen anzuwenden versucht; Mulder's *) Forschungen, und die Unter-
*) Gerard Johannes Mulder ist 1802 zu Utrecht geboren. In den Schu-len seiner Vaterstadt erhielt er den ersten Unterricht; durch seinen Vater,einen praktischen Arzt zu Utrecht, wurde er zu dem Studium der Medicinund Chirurgie hingeleitet. 1819 bezog Mulder die Universität zu Utrecht,wo er sich neben der Medicin hauptsächlich mit dem Studium der Natur-wissenschaften und der Mathematik beschäftigte. 1825 promovirte er als Doctorder Medicin und Pharmacie, und ließ sich als praktischer Arzt in Amsterdamnieder. 1820 verließ er diese Stadt wieder, um in Rotterdam eine Stelleals Lector der Physik bei der batavischen Gesellschaft anzutreten; außerdemwurde er hier auch mit dem botanischen Unterrichte im Apothekerverein be-auftragt. 1827 wurde in Rotterdam eine klinische Schule errichtet, an wel-cher Mulder als Lector der Botanik und bald auch als Lector der Chemieangestellt wurde; außerdem lehrte er hier noch Pharmacie und Pharmakologie,neben der Botanik noch Zoologie und Arzneimittellehre. Von einer ausgedehntenPraris als Arzt gedrängt, legte er letztere Lehrfächer 1830 nieder. EinemRufe als Professor der Chemie nach Amsterdam (1832) folgte Mulder nicht;Professor der Chemie in Utrecht wurde er 1841. Von seinen Schriften hebenwir hervor: Peerboelc der sekeilcundiAe rverlcllliAlcuiide (1832 — 33, 2 Thle.),und kroeve eener alZemeene pIi^siolnAiscbe Lekeilcunde (seit 1843; deut-sche Uebersetzungen seit 1844). Selbstständig erschienen auch mehrere einzelneVorlesungen von ihm (so 1844 llet streven der stak n-mr bsrmonie; in dem-selben Jahre Oe elementen; 1845 II e Ltokkel^IiS wereld, een middel tot