240 Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.
Unt-rsch'idung^r Operationen beruhte. In den Schriften der Alchemisten wird der Essig
""" dindung,"/'^ den Mineralsäuren nicht anders unterschieden, als diese unter sich; dieDarstellung des Steins der Weisen versuchte man in der Bearbeitung mine-ralischer, vegetabilischer und animalischer Substanzen (vergl. Theil II, Seite224 — 233); man hielt also die letzteren für nicht wesentlich verschieden vonden ersteren, da doch die Hervorbringung eines mineralischen Körpers, dieVerwandlung der unedlen Metalle in Gold, als das Ziel der ganzen Ar-beiten angesehen wurde. — Die systematischen Schriftsteller aus dem Zeit-alter der Alchemie bekümmerten sich ebenso wenig um den Unterschied derorganischen Körper von den unorganischen; die ganze Chemie zerfallt z. B.nach Ripley (1471; vergl Theil II, Seite 9) in die Ausübung der Cal-cination, Putrefaction, Exaltation u. s. s. Solche Operationen konnte manmit mineralischen und mit vegetabilischen oder animalischen Substanzen vor-nehmen; es war von diesem Standpunkte aus kein Grund vorhanden, dieletzteren abgesondert von den ersteren zu betrachten.
In dem Zeitalter der medicinischen Chemie ließ man die gesammteChemie zerfallen in die Lehre von den chemischen Operationen und in dieLehre von der Darstellung der chemisch eigenthümlichen Substanzen; so ge-schah dies z. B. von Libavius in dessen ^Ici>)'mis (1595; vergl. Theil II,Seite 11). In dem ersteren Abschnitte war keine Rücksicht auf den Unter-schied zwischen organischen und unorganischen Substanzen zu nehmen; indem zweiten bot sich ebenso wenig Anlaß dazu, da man die verschiedenenchemischen Präparate, ohne Rücksicht auf ihre Herkunft, nach der Art ihrerDarstellung und nach ihren äußeren Eigenschaften classisicirte. Unter denExtracten stehen die Quintessenz aus dem Arsenik (welche durch Bearbeitungdesselben mit Kochsalz, Kolkothar, Eisenfeile u. a. dargestellt werden sollte)und die Quintessenz der Vegetabilien, z. B. der Weingeist; unter den Oelenstehen die Oele aus den Vegetabilien, aus den Thieren und aus den Me-tallen (die Oele aus den Metallen waren z. B. die Destillationsproductevon Salzen derselben mit organischen Säuren sEssig) oder leicht zerfließlichePräparate; oleum srsenici wurde z. B- durch starkes Erhitzen von Salpetermit Arsenik und durch Zerfließenlassen bereitet), obgleich Libavius selbstbemerkte, den dickflüssigen metallischen Präparaten komme die BezeichnungOel eigentlich nicht zu.
Eine systematische Eintheilung der Chemie in mineralische, vegetabilischeund animalische findet sich erst in dem Zeitalter der phlogistischen Theorie;