Ausbildung der organischen Chemie im Allgemeinen. 241
so z. B. gleich im Anfange desselben in N. Lemery's Lour« <ie um»,-,,>>,»»,g
(l675). Als Aufgabe der Chemie betrachtete dieser, die verschiedenen Sub-»<->stanzen kennen zu lernen, gni 86 i-encoati-ent d-iii« >in mixte. Unter mixteversteht er die Naturproducte im Allgemeinen, und zwar unterscheidet er dieMetalle, Mineralien, Erden und Steine als mineralische, die Pflanzen,
Eummi- und Harzarten, Schwämme, die Früchte, Samen, Safte, Blu-men, Moose, die Manna und den Honig als vegetabilische, und die Thiere,ihre einzelnen Theile und Excremente als animalische mixte«. Um die ver-schiedenen chemisch eigenthümlichen Körper und die chemisch darzustellendenArzneien zu classisiciren, beachtet er also nur den Ursprung derselben, nichtdie Zusammensetzung. Seine Classification ist oft, mit der jetzigen ver-glichen, fehlerhaft wegen zu großer Consequenz; die Destillationsproductedes Bernsteins, als eines Minerals, stehen in der Mineralchemie, alle Aer-sttzungsproducte des Weinsteins, das Weinsteinöl (zerflossenes kohlensauresKali) und der vitriolisirte Weinstein (schwefelsaures Kali) in derPflanzenchemie.'
Die Essigsaure steht unter den vegetabilischen Substanzen, aber von den essig-sauren Salzen handelt er, inconsequent, in der Mineralchemie; ebenso vonden Destillationsproducten derselben. In der Thierchemie spricht er nurvon der Destillation der Vipern, des Urins, von dem Honig (ob er gleichim Anfang seines Werkes ihn zu den vegetabilischen Substanzen rechnet),und von der Destillation des Wachses.
Diese Art der Unterscheidung der chemischen Verbindungen, lediglichnach ihrem Ursprünge, blieb zunächst die herrschende. Die Begründer derphlogjstjschen Theorie, Becher und Stahl, suchten indeß bereits für dieSubstanzen, welche in den verschiedenen Naturreichen entstehen, auch einenUnterschied in der Zusammensetzung nachzuweisen; so meinte Becher in der^h)'8ica «utzterr-mes (1669), die Elemente seien zwar in allen Naturreichendieselben, aber in den vegetabilischen und animalischen Substanzen auf eineverwickelte, in den mineralischen hingegen auf eine sehr einfache Art zusam-mengefügt. Stahl meinte in dem 8pecime» Lecllerlsnum (1702), inder Zusammensetzung der vegetabilischen und der animalischen Substanzenherrsche das wässerige und das brennbare Element vor. Daß diese beidenElemente in den organischen Substanzen enthalten sind, wies man dadurchvach, daß sich aus ihnen bei der trocknen Destillation Wasser bildet und'Kohle zurückbleibt. Was in den ersten Lehrbüchern der phlogistischen Theo-Ae als brennbare Körper im engeren Sinne zusammengefaßt wird, begreifta°pp>i G, schichte dtt IV. 16