Band 
Vierter Theil.
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Ausbildung der organischen Chemie im Allgemeinen. 243

derselben. In den animalischen Verbindungen seien außerdem noch Stick- >in»rschNd,u,g d<-stvff und Phosphor als Elemente enthalten.

Mit der Erkenntniß der eben genannten Bestandtheile der organischenSubstanzen wurde auch eine bessere Eintheilung derselben vorbereitet. Früherwar diese ohne leitende Regel bald nach den chemischen, bald nach den phy-sikalischen Eigenschaften gemacht worden; man hatte Sauren, Fette, Oele,

Harze, Balsame, Zucker unterschieden, ohne einem bestimmten Eintheilungs-principe zu folgen. Lavoifier versuchte zuerst, ein solches aufzustellen,

Wenn er auch noch in der Ausführung mancherlei Unrichtigkeiten beging, diem der Mangelhaftigkeit der damaligen Analyse und in einem allzu großenVertrauen darauf, daß Körper von ähnlicher Herkunft auch dieselben Be-standtheile enthalten mögen, begründet waren. Lavoifier unterschied dieorganischen Substanzen, welche Sauerstoff enthalten, nach den chemischenEigenschaften in Sauren und Oxyde; die Unterabtheilungen machte er, na-wientlich für die Sauren, nach der Herkunft, weil mit ungleichem Ursprungauch verschiedene Zusammensetzung verbunden fei; vegetabilische Sauren ent-halten Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, animalische auch Stickstoff.

Diese Eintheilung war mangelhaft, insofern zu den animalischen SaurenKörper gerechnet wurden (Milchsäure, Schleimsäure, Ameisensäure u. a.), inwelchen bei genauerer Untersuchung kein Stickstoff nachzuweisen war; fürwehrere vegetabilische Säuren wurde im Gegensatz hierzu behauptet, sie seienstickstoffhaltig, so von Hassenfratz für die Weinsteinsäure, von Proustfür die Essigsäure. Diese Widersprüche führten allmälig dahin, für dieorganischen Substanzen die Hauptabtheilungen nur nach dem chemischenCharakter anzunehmen (alle in stickstofffreie und stickstoffhaltige zu theilen,diese wieder in saure und nichtsaure u. s. w.) und erst in den Unterablhei-iungen den Ursprung zu berücksichtigen.

Lavoisier's Definition der organischen Substanzen, als Verbindun-gen aus wenigen bestimmten Elementen, war bei weitem richtiger, als dieseiner Vorgänger, aber sie war nicht erschöpfend; nach ihr könnte man unterdie organischen Verbindungen Substanzen zählen, welche Lavoifier nichtals dahin gehörig betrachtete, oder man müßte Substanzen der unorgani-schen Chemie zurechnen, die offenbar nicht dahin gehören. Nahm eran, ein organischer Körper müsse mindestens die drei Elemente Kohlenstoff,

Wasserstoff und Sauerstoff enthalten, so mußte er Oel und Wachs, alsderen Bestandtheile er nur Kohlenstoff und Wasserstoff betrachtete, davon aus-

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