Band 
Vierter Theil.
Seite
257
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Ausbildung der organische» Chemie im Allgemeinen. 257

Nach Versuchen von ihm undVauquelin bestehen 100 Gummi aus 23,08Kohlenstoff, 11,54 Wasserstoff und 65,38 Sauerstoff; 100 Kleesäure aus13 Kohlenstoff, 10 Wasserstoff und 77 Sauerstoff. Beide Analysen sind ganzunrichtig; die Genauigkeit der letzteren bezweifelte schon Werth ollet in sei-ner Si.itigue d>i»ilg»o (1803), welcher hier auch meinte, in dem Zuckersei mehr Kohlenstoff enthalten, als Lavoisier angegeben habe; wohl gegen33 Procent, welche Zahl er aber auch nicht für sicher hielt.

Um das Jahr 1806 singen erst wieder einige Chemiker an, sich mitder Elementaranalyse organischer Verbindungen zu beschäftigen. Das Ver-fahren, was sie einschlugen, bestand im Allgemeinen darin, die SubstanzenDampfgestalt mit Sauerstoffgas zu mischen und das Gemenge wie eineGasmischung zu analysiren, oder darin, die Substanzen durch ein glühendesRohr zu leiten, in Kohle und permanente Gase zu verwandeln und diese zuunalystren. Th. v. Saussure legte 1807 der Pariser Akademie seine Ver-suche über die Zerlegung des Alkohols und des Aethers vor. Zur Zerlegungdes Alkohols wandte er drei Methoden an: 1) Die von Lavoisier schonversuchte, Weingeist in Sauerstoff in einer Lampe zu verbrennen. 2) Einedestimmte Quantität Sauerstoffgas, welcher eine bekannte Menge Weingeist-dampf beigemengt war, mit einem bekannten Volum Wasserstoff detoniren?u lassen; er bestimmte, wie viel Kohlensaure sich bildet, und wie viel Sauer-stoff zur Verbrennung der vorhandenen Menge Alkohol nöthig ist (dasletztere durch Subtraktion des zur Verbrennung des zugesetzten Wasserstoffsnöthigen Sauerstoffs von der ganzen Menge Sauerstoff, die bei der Deto-nation sich zu Kohlensaure und Wasser verband). 3) Indem er Alkoholdurch ein glühendes Porzellanrohr streichen ließ, wo sich Wasser, ein brenn-bares Gas, Kohlenstoff und sehr wenig Oel bildeten, deren Quantitätenbestimmt wurden. Der Kohlenstoff des gebildeten Oeles wurde durchSchätzung bestimmt, das brennbare Gas nach gewöhnlicher Weise analysirt.

Die nach 1) erhaltenen Resultate erklärte Saussure selbst für ungenau;die nach 3) erhaltenen hielt er für die richtigsten; er glaubte noch, daß indem Alkohol auch Stickstoff enthalten sei, und behauptete auch, es seien darinunorganische Körper (Kalk und Kali) vorhanden. — Den Aether analpsirte" nur nach den zwei letzteren Methoden, hielt aber die auf Zerlegung desAethers in einer glühenden Röhre beruhende hier für ungenau, weil sichvieles Oel von unbekannter Zusammensetzung bilde. — Seine Resultate wa-«n, verglichen mit den (in Klammern eingeschlossenen) richtigen Zahlen:

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's Analysen(1S07).

Kopp'g Geschichte der Chemie, lv.

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