Band 
Vierter Theil.
Seite
258
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258

Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.

für de» Alkohol

für den Aether

»ach 1.

nach 2.

nach 3.

Kohlenstoff

36.9

42.8

43.65

(52,2)

Wasserstoff

15.8

15.8

14.94

(13.0)

Sauerstoff

47,3

41.4

37.85

(34.8)

Stickstoff

3,52

Asche

0,04

Kohlenstoff

58.2

(64.9)

Wasserstoff

22,1

(13.5)

Sauerstoff

19,7

(21.6)

In solcher Weise mittelst des Eudiometers wurden zu jener Zeit nochmehrere Analysen ausgeführt; so z. B. 1807 von Thenard über verschiedeneAetherarten. Berthollet suchte 1810 die quantitative Zusammensetzungvegetabilischer Substanzen dadurch genau zu ermitteln, daß er sie möglichstgetrocknet der Destillation unterwarf und die Zersetzungsproducte durch eineglühende Porzellanröhre streichen ließ, um sie ganz in Kohle und Gase zuverwandeln, welche letzteren er dann eudiometrisch analysirte; er gab damalsdie Zusammensetzung des Zuckers und der (an Kalk gebundenen) Oxalsäure,und gelangte zu ziemlich annähernd richtigen Resultaten. Wichtiger indeß,als die specielle Auszählung aller dieser Vorarbeiten für die Erkenntniß derZusammensetzung organischer Substanzen, ist die Angabe der Analysirmethodevon Gay-Lussac und Thenard, durch welche jene Erkenntniß ungleichbedeutendere Fortschritte machte.

Gay-Lussa-'K Gay-Lussac und Thenard führten zuerst die Idee aus, die zu ana-

An°lys,n (ISI<». lysttende organische Substanz mit einem Körper zu erhitzen, welcher Sauer-stoff chemisch gebunden enthält, und ihn bei dem Erhitzen abgiebt, so daßdadurch der Kohlenstoff und der Wasserstoff der zu analysirenden Substanzoxydirt werden. Sie wandten dazu chlorsaures Kali an, von welchem sie einbestimmtes Gewicht mit einer gewissen Menge der zu untersuchenden Sub-stanz mischten, und in die Form von kleinen Kugeln brachten. Diese Mi-schung verbrannten sie in einer aufrecht stehenden, unten glühenden Röhre,welche an ihrem oberen Ende mit einem Hahn verschlossen war, der nichtdurchbohrt, sondern nur mit einer Grube versehen war; so konnten sie mit-telst dieses Hahns ein Kügelchen nach dem anderen in die Röhre bringenund verbrennen lassen, ohne daß die atmosphärische Luft sich mit den Ver-brennungsproducten mengen konnte. An die Verbrennungsröhre war seit-wärts eine dünnere Röhre angebracht, durch welche die entweichenden Gaseunter Glocken, die mit Quecksilber gefüllt waren, geleitet wurden. Nachdem