Band 
Vierter Theil.
Seite
259
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Ausbildung der organischen Chemie im Allgemeinen. 259

m dem Apparat einige Kugeln der Mischung aus chlorsaurem Kali und Ga^Lussac-sorganischer Substanz verbrannt worden waren, um die atmosphärische Luft <>--»).aus der Verbrennungsröhre zu entfernen, wurde eine gewogene Menge derMischung verbrannt, und das hier sich entwickelnde Gas aufgefangen. Vonder Mischung war bekannt, wie viel chlorsaures Kali und wie viel organischeSubstanz darin enthalten waren, also auch, wie viel Sauerstoffgas daserstere für sich bei der Zersetzung hatte geben müssen; es wurde bestimmt,wie viel Sauerstoffgas in dem erhaltenen Gas enthalten war, und so er-mittelt, wie viel Sauerstoff sich bei der Verbrennung mit der organischenSubstanz verbunden hatte; es wurde untersucht, wie viel Kohlensaure indem erhaltenen Gas enthalten war, und das Gewicht derselben von derSumme der Gewichte des verzehrten Sauerstoffs und der angewandtenorganischen Substanz abgezogen, gab an, wie viel Wasser sich gebildet hatte.

Daraus, wie viel Wasser und wie viel Kohlensaure eine gewisse Menge derorganischen Substanz bei der Verbrennung gab, ließ sich ihr Wasserstoff-und Kohlenstoffgehalt berechnen. War die Substanz stickstoffhaltig, sowurde sie mit möglichst wenig chlorsaurem Kali verbrannt, um die Oxydationdes Stickstoffs zu vermeiden, und es wurde gesucht, wie viel Stickstoff indem sich entwickelnden Gas enthalten war.

Die Resultate, welche Gay-Lussac und Thenard auf diese Weiseerhalten hatten, legten sie im Ansang des Jahres 1810 der Pariser Aka-demie vor. Sie hatten 15 stickstofffreie Körper (Rohrzucker, arabischesGummi, Stärkemehl, Milchzucker, Eichenholz, Buchenholz, Terpenthinharz,

^opal, Wachs, Baumöl, Schleimsäure, Kleesäure, Weinsteinsäure, Eitro-uensäure und Essigsäure; die Säuren in ihrer Verbindung mit Kalk oderBaryt) und 4 stickstoffhaltige Körper (Fibrin, Albumin, Casein und Gelatine)untersucht. Viele von diesen Analysen sind sehr genau; einige wurden mitSubstanzen angestellt, welche noch Wasser enthielten (so die der KleesäureMit kleesaurem Kalk, der bei 100° getrocknet noch 1 Atom Wasser enthielt).

Einen weiteren bedeutenden Fortschritt machte die Elementaranalyseorganischer Verbindungen durch Berzelius Arbeiten. Während man bis- '''

her immer auf den Wasserstoffgehalt der zu untersuchenden Substanz ausdem Gewichte des nur indirect bestimmten, bei dem Verbrennen sich bilden-den Wassers geschlossen, und die erzeugte Kohlensäure immer nur dem Vo-lum nach bestimmt und dann aus Gewicht reducirt hatte, zeigte Berzelius(1814), wie man beide Verbrennungsprvducte, das Wasser und dieKohlen-

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