Band 
Vierter Theil.
Seite
261
JPEG-Download
 

Ausbildung der organischen Chemie im Allgemeinen. 261

Änalyse jener Säure das Kupferoxyd; mit der Anwendung dieses Körpersan die Stelle des chlvrsauren Kali's war ein weiterer Schritt gethan, dieElementaranalyse ihrer Vervollkommnung entgegenzuführen.

Schon Lavoisier hatte organische Substanzen mit solchen Metall- Am«»»«»»vxyden, die ihren Sauerstoff bei erhöhter Temperatur leicht an verbrenn-l'che Körper abgeben, erhitzt, um die Zusammensetzung jener Substanzen zuermitteln. In seiner Abhandlung über die Entstehung der Kohlensaure(1784) beschrieb er, wie er Kohlenpulver mit Quecksilberoxyd oder mit Men-age gemischt erhitzte, und aus der Quantität der erzeugten Kohlensaure undder verbrannten Kohle oder des verzehrten Sauerstoffs die Zusammensetzungder Kohlensäure bestimmte. Bei der Verbrennung mit Mennige bestimmteer das Gewicht derselben und das der zugesetzten Kohle, das Gewicht desdei der Verbrennung reducirten Bleies und das der unverbrannt gebliebenen'Hohle, und die Menge der sich entwickelnden Kohlensaure; er konnte so dar-auf schließen, wie viel Wasser sich gebildet habe, und er gab auch an, wieviel Kohlenstoff und wie viel Wasserstoff die analysirte Kohle enthalte. La-voisier hatte so die noch jetzt hauptsächlich befolgte Methode, organischeSubstanzen zu analystren, angebahnt, aber weder er, noch die zunächst nachchm sich mit diesem Gegenstände beschäftigenden Chemiker gingen auf diesemWege weiter fort. Gay-Lussac und Thenard sagten 1810 bei derDarlegung ihres analytischen Verfahrens, daß die vollständige Verbrennungorganischer Substanzen auf zwei Arten zu erreichen sei, durch Erhitzen mitMetalloxyden, die ihren Sauerstoff leicht abgeben, oder mit chlorsaurem Kali;durch wenige Versuche seien sie überzeugt worden, daß das letztere Hülfs-mittel das vorzüglichere sei. Berzelius hatte 1811 versucht, die Salzeorganischer Säuren durch Erhitzen mit braunem Bleioxyd zu zerlegen, unddie Zersetzungsproducte durch Ehlorcalcium und durch Kalkwaffec aufzufan-gen; die Resultate einiger solcher Analysen publicirte er 1812, nachher zoger den Gebrauch des chlvrsauren Kali's dem des Bleisuperoxyds vor.

Bald jedoch fand man das Kupferoxyd noch anwendbarer, zunächst fürstickstoffhaltige Substanzen. Gay-Lussac wandte es 1815 an, um dieBlausäure und das Cyan zu analysiren. Die Blausäure zerlegte er, indemrr den Dampf derselben über glühendes Kupferoxyd leitete und für das ent-stehende Gas das Verhältniß des Stickstoffs zur Kohlensäure ermittelte.

Noch mehr näherte sich dem heutigen Verfahren seine Analyse des Cyans;m eine Glasröhre gab er Cyanqueckstlber, darauf Kupferoxyd, darauf metal-