Ausbildung der organischen Chemie im Allgemeinen. 263
zusammengesetzt sind, daß in den neutralen Salzen der organischen Sauren Amv-ndui-g >-«-der Sauerstoffgehalt der Saure ein einfaches Multiplum von dem Sauer- ^ r°,,.stoffgehalt der Basis ist u. s. f. Er zuerst zeigte die Wichtigkeit der Be-stimmung des Atomgewichtes jeder organischen Verbindung; er zuerst ermit-telte die atomistische Zusammensetzung von vielen derselben.
Bald darauf wurde auch das specifische Gewicht des Dampfes alsControle für die Analyse organischer Verbindungen in Anwendung gebracht.
So bestätigte Gay-Lussac 1815 seine Zerlegung der Blausäure und desEyans dadurch, daß er zeigte, die durch den Versuch erhaltene Dampfdich-t'gkeit stimme mit der aus dem specifischen Gewichte der Elemente und denGesetzen für die Verbindungsverhaltnisse der Gase berechneten überein. Th.von Saussure hatte 1814 geglaubt, von seinen Analysen des Alkoholsund des Aethers (vergl. Seite 260) sei die letztere die richtigere, die ersterekönne sich auf Alkohol beziehen, der noch Wasser enthalte. Gay-LussacZeigte 1815, daß gerade die Analyse für Alkohol sehr genau sei, weil sie aufVolum berechnet nachweise, daß gleiche Volume ölbildendes Gas und Was-strdampf vereinigt seien, und weil die Summe der specifischen Gewichtedieser Bestandtheile genau das specifische Gewicht des Alkoholdampfes gebe;gestützt auf seine Bestimmung des specifischen Gewichtes des Aetherdampfeszeigte er, daß 1 Volum desselben 2 Volume ölbildendes Gas und 1 VolumWasserdampf enthalte, und er berichtigte so Saussure's Analyse.
Vor der Begründung der phlogistischen Theorie durch Stahl machte Ansich,«n üb.ru>an keinen Unterschied zwischen den entfernteren und den näheren Bestand-^°theilen der einfacheren organischen Verbindungen. Was man durch chemischeAgentien, namentlich durch die Warme, aus ihnen erhalten konnte, hieltUlan für ihre constituirenden und zugleich auch für ihre letzten Bestandtheile.
Wir sahen oben, wie wahrend des 17. Jahrhunderts als solche Bestandtheileöer organischen Körper ein wässeriges, ein geistiges, ein öliges, ein salzigesUnd ein erdiges Element angenommen wurden. Diese Elemente, derenAnnahme zunächst einen Ausdruck für die Products der trocknen Destillationabgeben sollte, glaubte man aber auch durch andere chemische Mittel ausorganischen Substanzen darstellen zu können; so glaubte Willis in sei-Uer klisrmscentice rstiaiisli« (1675), das in dem Weingeist enthaltene