Band 
Vierter Theil.
Seite
268
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268 Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.

über die rationelle Constitution angestellt. Doch scheint auch schon La-"voisier sich manchmal dem Gedanken hingegeben zu haben, die sauerstoff-haltigen seien als binare Verbindungen, als Oxyde eines Kohlenwasserstoffszu betrachten. Die sauerstoffhaltigen organischen Substanzen, welche nichtsauer sind, werden von ihm als Oxyde bezeichnet; in seinem "Irane äocllimie sagt er von dem Zucker, er sei ein wahres Oxyd mit zwei Grund-lagen. Ziemlich bestimmt drückt sich Girtanner aus, welcher die anti-phlogistischen Ansichten in Deutschland hauptsächlich verbreitete; in der an-geführten Schrift sagt er, vegetabilische Oxyde mit zwei Grundlagen seiender Zucker, die verschiedenen Arten von Gummi, und das Stärkemehl; ihrebeiden Grundlagen seien der Kohlenstoff und der Wasserstoff, welche untereinander genau verbunden und durch eine geringe Menge Sauerstoff in einOxyd verwandelt seien. Hier ist das Hinneigen zu der Ansicht nicht zu ver-kennen, in diesen Körpern sei der Kohlenwasserstoff der eine, der Sauerstoffder andere nähere Bestandtheil.

Sofern die Aufstellung von Ansichten über die rationelle Constitutionhauptsächlich deshalb versucht wurde, um gewisse Analogien in den Eigen-schaften und den Reactionen durch die Annahme gleichartiger Constitutionzu erklären, ist hier auch der Ansichten Gay-Lussac's und Thenard'szu erwähnen, welche diese Chemiker 1810 auf ihre Resultate über die quan-titative Zusammensetzung mehrerer organischer Verbindungen stützten; wenn-gleich diese Behauptungen nicht die Art, wie die Elemente in den Verbin-dungen zu näheren Bestandtheilen vereinigt sind, sondern die Abhängigkeitder Eigenschaften von dem Mischungsverhältniß der Elemente zum Gegen-stände hatten. Gay-Lussac und The'nard schloffen aus ihren Versuchen:jede vegetabilische Substanz, die mehr Sauerstoff enthalte, als hinreiche, ummit dem vorhandenen Wasserstoff Wasser zu bilden, sei eine Säure; jedesolche Substanz, welche mehr Wasserstoff enthalte, als hinreiche, um mitdem vorhandenen Sauerstoff Wasser zu bilden, sei harziger, oder öliger,oder alkoholischer Natur; jede solche Substanz, welche Sauerstoff und Wasser-stoff in dem Verhältniß wie im Wasser enthalten, sei weder saurer nochharziger Natur, sondern von der Art, wie Zucker, Gummi, Stärkemehl,Holzfaser u. dergl. Wolle man annehmen, — was für wahr zu halten sieindeß weit entfernt seien — Wasserstoff und Sauerstoff seien in den vegeta-bilischen Substanzen zu Wasser als näherem Bestandtheil vereinigt, so könneman die Pflanzensäuren als aus Kohlenstoff, Wasser und Sauerstoff, die