282 Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.
EiAnschÄ' 9^si eine gesättigte Kochsalzlösung niederschlagt. Um verschiedene Salze beider Mineralwasseranalyse zu trennen, wandte Boulduc schon 1726 denWeingeist an; Macquer bestimmte von 1762 an (in mehreren nach dieserZeit in den Schriften der Turiner Akademie veröffentlichten Abhandlungen)die Löslichkeit vieler Salze in Weingeist genauer; Lav visier publicirte inden Memoiren der Pariser Akademie für 1772 eine besondere Abhandlungüber den Gebrauch des Weingeistes bei Mineralwafferanalysen, und auchBergman bediente sich bei solchen Untersuchungen dieses Hülfsmittels. —Daß starker Weingeist mit Schnee vermischt Kalte hervorbringt, wußte schonBoyle; daß Weingeist bei der Vermischung mit Wasser Erwärmung her-vorbringt, zeigte Boerhave in seinen Llemeutis Lbemiae 1732; daß da-bei eine Verminderung des Raumes eintritt, Reaumur in den PariserMemoiren für 1733.
Ansich«,n üb» Höchst wechselnd waren die Ansichten über die chemische Constitution
s-m, C«nst„n,ü>n. ^ Wejngejssxs. Raymund Lull betrachtete ihn als den mercurialischenBestandtheil des Weins. Basilius Valentinus (vergl. Seite 279)meinte hingegen, in dem Weingeist sei ein mercurialischer (im Feuer unver-änderlicher) und ein schwefliger (der bei dem Brennen verändert werde) Be-standtheil; in seiner »Wiederholung des großen Steins der uralten Weisen»sagt er: »Da ein rectilicirtes t^gua vitse oder Branntwein angezündetwird, mit einer Flamme, so scheidet sich der ülercurius und der 8ulpburvegetabilis von einander, der Schwefel brennet gantz hitzig, denn es ist ein, lauter Feuer, so fleuget der zarte Nercurius hinweg in der Lust, und gehet' wiederum in sein Limos«; und in seinen »Handgriffen« schreibt er vor,
einen »Spiritus vilii, der keine kblegnm noch vegetabilischen iVIercuriunimehr in sich habe, sondern ein lauter sulpbur v!ni seye«, mit Salzsäure zubehandeln. — Später, wo man das Princip der Brennbarkeit oft auchals Fett oder Oel bezeichnete (vergl. Theil III, Seite 106 f.), wurde auchder Weingeist als der ölige Bestandtheil des Weins bezeichnet; Spiritus viniest Spiritus oleosior ex viuo prvlicitus, sagt Libavius in seiner t^Icb^-inia (1595). N. Lemery betrachtete in seinem Lours (ie cb/lllie (1675)den Weingeist als ein mit Salzen verbundenes Oel: L'esprit inklsmmsbleclu vin u'est sutre cbose gu'une buile exsltee par 6es sels, et uoepreuve iueontestsble 6e ce gue j'avsnce, c'est gu'ii n' v avait <;ue I'buileclans Ie moust gui lut cspsbie cle s'eullammer; sonst bezeichnet er aber