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Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.
Wir können hier die ausführlichere Geschichte der Ansichten über diegeistige Gährung schließen, da mit Lavoisier's Behandlung dieses Gegen-standes die Untersuchung darüber den Charakter annimmt, welchen sie jetztnoch hat, und da es nicht in unserem Plane liegt, die neueren Arbeiten hiervollständiger anzuführen Nur der spateren Meinungen wäre hier nochkurz zu erwähnen, welche Lavoisier's Ansicht entgegenstanden und jetztnicht mehr beachtet werden. Es gehören dahin namentlich mehrere Behaup-tungen Fabbroni's, welche er in seiner Schrift 3eII' arte <ti iare il vino(die 1785 einen von der ökonomischen Gesellschaft zu Florenz über diesenGegenstand ausgesetzten Preis erwarb, und 1787 publicirt wurde) und in einer1799 auszugsweise bekannt gewordenen Abhandlung aufstellte. Er meinte,daß in dem gegohrenen Weine der Weingeist noch nicht fertig gebildet sei,wenigstens nicht als wesentlicher Bestandtheil, sondern er entstehe erst beider Destillation des Weines. Diese Behauptung stützte er darauf, daß diealkoholische Flüssigkeit, die man bei der Destillation des Weines erhalte, mitdem Rückstände vermischt eine andere Flüssigkeit bilde, als der ursprünglicheWein gewesen sei; daß der dem Weine zugesetzte Weingeist bei einer nie-drigeren Temperatur davon abdestillirt werden könne, als der, welchen derWein selbst bei dem Destilliren bilde; und endlich, daß man aus Weindurch Zusatz von kohlensaurem Kali keinen Alkohol abscheiden könne, außeraus altem Wein, und da nur wenig. Auch Berthollet äußerte sichin seiner 8tatig»k! cii^migue (1803) in diesem Sinne, und meinte, derAlkohol habe in dem Weine noch keine isolirte Existenz, sondern dieser sei,abgesehen von dem Weinstein und darin enthaltenen Säuren, ein homo-gener Körper, aus welchem sich erst bei dem Erhitzen Weingeist bilde.Brande (l811) und Gay-Lussac (1813) bewiesen hiergegen die Prä-existenz des Alkohols in dem Weine vor der Gährung. Früher hatte Fab-broni geglaubt, die Weingährung beruhe auf der Einwirkung von Pflan-zensäuren auf den Zucker des Mostes. Später betrachtete er als dasFerment bei der Weingährung eine vegetabilisch-animalische Materie (denKleber), meinte aber, die Gährungsproducte stammen nicht allein von demZucker, sondern auch wesentlich von dem Ferment; der Kohlenstoff des Kle-bers liefere mit dem Sauerstoff des Zuckers die Kohlensäure und der des-oxydiere Zucker bilde mit dem Wasserstoff und dem Stickstoff des Klebersden Wein. Die schon von Lav visier ausgesprochene Ansicht, daß diebei der geistigen Gährung auftretenden Products wesentlich nur aus den Be-