Band 
Vierter Theil.
Seite
300
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Ausser.

seiner Darstellungniittelst Schwefel-

300 Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.

alsdann putriliciret eine Zeitlang mit 8piritu vini ihm zugesetzt, weitersiigerirt gelinde, und so öfter davon abgezogen, bis nichts mehr im Grundebleibet, so kannst du ein surum potalule machen. Merck aber, daß derrothe Spiritus von seiner Scharfe muß corrigsi-et und in eine Süße gebrachtwerden, subtil durchdringend, liebliches Geschmacks und an Geruch wohl-riechend.-- In seiner »Offenbarung der verborgenen Handgriffe« lehrt erdie Bereitung des Vitriolöls, und sagt dann: »Dieses Oels nimm eineMark, geuß darzu zehn Loth Spiritus vini, der aufs höchste ist gebrachtworden, und distillire es durch eine gläserne Retorte zusammen herüber, wenndas geschehen, so geuß neuen spiritum vini darzu, auch zehen Loth, unddistilliers wohl vermacht herüber, das thue auch zum dritten mahl, also daßdreißig Loth Spiritus vini zu einer Mark Oels kommen". Von dem De-stillat sagt er nichts; als Resultat der Arbeit soll ein »prsepsrirtes Oel«herauskommen, womit er nur den Rückstand gemeint zu haben scheint.Von diesen Stellen wurde namentlich die erstere zum Beweise angeführt,daß schon Basilius etwas über den Aether gekannt habe. — Eine Mi-schung von Weingeist und Aether war vielleicht die Arznei, welche Para-celsus unter dem Namen des Spiritus vitrioü ant-epilept!ci anpries, unddie er in seinem Tcactat von natürlichen Dingen also machen lehrt: »Soist das mein Proceß, daß der Spiritus vini werde in dem Vitriol imlniriret,nachfolgend «lestillirt, wie ich angezeigt habe, von den feuchten und trocknenspiritikus«. Wie seine Anhänger diese Stelle später auslegten, ergiebtsich aus Pezoldt's unten anzuführender Bereitung der genannten Paracel-sischen Arznei.

Eine bestimmtere Kenntniß des Aethers veranlaßte indeß zuerst Va-lerius Cordus, ein deutscher Arzt, welcher 1544 auf einer Reise inItalien starb. Die Vorschrift zur Bereitung des Aethers veröffentlichtenach desselben hinterlassenen Papieren EonradGeßner, in dem Vlwssurobiuon)ini <le reineäiis secretis (1552) und in einer Abhandlung ele srti-licinsis extroctionihus, <le clestill.itiouo oleoruin, <lo liestillatione oleiclwicantlii (1561); sie wurde in die späteren Ausgaben der von ValeriusCordus aus Verlangen des Nürnberger Rathes ausgearbeiteten (1535zuerst publicirten) ersten deutschen gesetzlichen Pharmakopöe, des vispenss-wrii pliai-mscoruui oinuium , eingeschaltet. Hiernach sollen gleiche Theiledreimal rectisicirten Weingeistes und Vitriolöles wahrend zweier Monatedigerirt, und dann im Wasser- und Aschenbade abdeMirt werden; das