Band 
Vierter Theil.
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Weingeist und die verschiedenen Aetherarten.

lässigt. — Lieböl, welcher 1773 in den Schriften der Haarlemer So-cittät eine lange Abhandlung über den Aether publicirte, unterschied darinden Aether von dem Weinöl; was er als letzteres bezeichnet, soll dem Wassereinen schwach säuerlichen Geschmack mittheilen, Quecksilber aus seiner sal-pekersauren Auflösung zu mineralischem Turpith niederschlagen, und mitWeinsteinsalz vermischt aufbrausen und zuletzt vitriolisirten Weinstein (schwe-felsaures Kali) bilden; es soll bei längerer Aufbewahrung sich in eine kampher-nhnliche Masse verwandeln, aber auch höchst flüchtig sein. Auch BergmanZollte in seinen Anmerkungen zu den von ihm 1775 herausgegebenen Vor-lesungen Scheffer's Weinöl und Aether unterschieden wissen. Macquer,w seinem victiounairo tie behauptete 1778, die Schwefelsaure

entziehe im Anfang ihrer Einwirkung auf Weingeist diesem so viel Wasser,er einem Oel ähnlich werde (vergl. Seite 315), später aber so viel, daße>n wirkliches Oel, das süße Vitriolöl (Weinöl) entstehe. Die Mehrzahlder Chemiker nahm aber damals an, das Weinöl sei nur ein mit vielerSchwefelsäure verunreinigter Aether, und man berief sich zur Unterstützungdieser Ansicht namentlich auf eine Angabe Wiegleb's, Weinöl werdedurch Rectisication über Alkali zu wahrem Aether.

Bestimmt wurde das Weinöl von dem Aether durch Fourcroy undDauquelin bei ihren Arbeiten über die Entstehung des Aethers (1797)'Unterschieden. Sie glaubten, bei der Temperatur, wo sich Weinöl bilde, ver-einige sich der Aether mit Kohlenstoff; er werde dadurch schwerer, wenigersüchtig und zu Weinöl. Letzteres verhalte sich zum Aether, wie dieser zumWeingeist. Diese Ansicht blieb angenommen, bis Hennel*) 1826 angab,daß das Weinöl Schwefelsäure enthalte und als aus dieser Säure und einemKohlenwasserstoff bestehend anzusehen sei; der Kohlenwasserstoff könne durchWasser oder Alkalien abgeschieden werden (wobei sich Aetherschwefelsaure mitdiesen Körpern vereinige), und habe dieselbe Zusammensetzung wie das ölbildendeGas; nahe dieselbe Zusammensetzung wie für diesen flüssigen Kohlenwasserstofffand er für die aus demselben sich absondernden Krystalle, deren (vielleichtschon von Hellot, wie oben angegeben, wahrgenommene) Bildung durch ihn

*) Hennel lebte zu London, wo er während der letzten zwanzig Jahre seinesLebens die chemischen Arbeiten in der ^potbscnrie.,-Hall leitete. Er starb1842, zerschmettert durch die Erplosion einer großen Quantität Knallqueck-stlbers, welche er zum Kriegsbedarf für die ostindische Compagnie bereitethatte.

Weinöl

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