Band 
Vierter Theil.
Seite
326
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Aldehyd.

326 Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.

abgesehen von Sertürner's Versicherung, bot Eimbeck, wo dieser Che-miker damals lebte, schwerlich die Hülfsmittel, etwas aus der französischenLiteratur kennen zu lernen, was selbst für die französischen Chemiker bis zuSertürner's Arbeiten so gut als gar nicht existirte, was so unbekannt fürsie war, daß selbst Gay-Lussac in seiner Arbeit über die Unterschwefelsaure(1819) nicht anführte, Dabit habe schon die Existenz einer solchen Verbindungbehauptet. — Hinsichtlich der Constitution der Schwefelweinsäure trat Gay-Lussac 1820 der Ansicht Vogel's bei; auch Heeren nahm 1826 an,diese Saure enthalte Unterschwefelsaure, ebenso Dumas und Boullay d. I-1827, welche sie als eine Verbindung von Unterschwefelsaure mit Weinölbetrachteten. Hennel hielt sie 1826 für eine Verbindung der Schwefel-saure mit einem Kohlenwasserstoff von der Zusammensetzung des ölbildendenGases; Serullas zeigte 1828, daß sie sich als saurer schwefelsaurer Aetherund ihre Salze als Verbindungen von gleichen Atomen schwefelsauren Salzesund des hypothetischen Schwefelsäureäthers betrachten lassen.

Schon vor längerer Zeit wurden Versuche darüber angestellt, vonwelchem Einfluß der Zusatz von Braunstein bei der Aetherbeceitung sein möge.Scheele sagt in seiner Arbeit über den Braunstein (1774), wenn mandiesen Körper mit Salz- oder Vitriolsäure und höchstrectisicirtem Weingeistin einer verschlossenen Flasche digerire und dann bei gelinder Warme destil-lire, so gehe der Weingeist über, rieche indeß merkwürdiger Weise nach Sal-peteräther; in seiner Abhandlung über den Aether (1782) berichtet er aber,wenn man Schwefelsaure, Braunstein und Weingeist destillire, so gehe zuerstein vortrefflich riechender Aether, gegen das Ende der Operation aber Essig-saure über. Laudet zu Bordeaux gab gleichfalls 1800 an, man erhaltebei diesem Verfahren Aether; ebenso Dabit in Nantes zu derselben Zeit.Derselbe erwähnt indeß des durchdringenderen Geruchs, welchen der mit Zusatzvon Braunstein bereitete Aether habe; als er die so erhaltene ätherische Flüs-sigkeit nochmals mit Schwefelsäure und Braunstein destillirte, ging Essigsäureüber. Dabit folgerte aus seinen Versuchen, der Alkohol werde zu Aethernicht dadurch, daß ihm die Elemente des Wassers entzogen werden (wasFourcroy und Vauquelin kurz vorher behauptet hatten), sondern da-durch, daß ein Theil seines Wasserstoffs austrete und zu Wasser oxydirtwerde. Er gab sogar den Rath, wenn man Aether bereiten wolle, solleman Braunstein der Aethermischung zusetzen. Fourcroy und Vauque-