Band 
Vierter Theil.
Seite
352
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352 Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.

den, als daß eine richtige Bestimmung derjenigen, welche im Bcechweinsteinenthalten ist, möglich gewesen wäre.

In der ersten Halste des 17. Jahrhunderts führte sich der Gebrauchnoch mehrerer anderer Arzneimittel ein, welche durch die Einwirkung des Wein-steins auf metallische Substanzen dargestellt wurden. Es mag unter diesenhier nur der eisenhaltige Weinstein, Isrtsrus cllol) heatus, genannt werden,dessen Darstellung schon Angelus Sala in seiner lartsrolo^Is lehrte.

Berthollet gab 1782 an, eine Lösung von Weinstein zersetze sichunter Bildung von kohlensaurem Kali und einer beträchtlichen QuantitatOel. — Daß Weinsteinsäure, in Wasser gelöst und 6 Monate lang aneinem warmen Orte aufbewahrt, sich in Essigsäure verwandle, gab Herwb-stadt 1786 an.

Die Untersuchung der Veränderungen der Weinsäure durch Schmelze»gehört der neueren Zeit an; in Beziehung auf die Brenzweinsäure hingegenhaben wir einiger früheren Beobachtungen zu erwähnen. Schon RaymundLull, im 13. Jahrhundert, destillirte den Weinstein; in seinen Lxperimentissagt er, man solle aus dem Weinstein durch starke Hitze alles Oel aus-weiden. Auf das geistige (saure) Product, welches sich dabei bildet, scheintman erst im 16. Jahrhundert geachtet zu haben, wo es als sxiriws tsrtsr»,Weinsteingeist, bezeichnet wurde; Paracelsus empfahl es in seinem Tractatvon natürlichen Dingen als Heilmittel, und es blieb dann stets beachtet-Um eine reichlichere Ausbeute zu erhalten, setzte man auch wohl dem Wein-stein noch andere Substanzen zu; so empfahl Ludovici 1676 in denEphemeriden der deutschen Naturforscher, den Weinstein mit der Hälfte sei-nes Gewichtes an Zucker gemischt zu destilliren. — Becher erklärte inseiner «udterr-meo (1669), die Destillationsproducte des Weinsteins

seien denen der essigsauren Salze sehr ähnlich; seine Angaben sind indeß z»undeutlich, als daß man daraus folgern könnte, er habe die Brenzweinsäurefür identisch mit der Essigsaure gehalten. N. Lemery erklärte in seine»»Eours «ie ch)inie (1675), bei der Destillation des Weinsteins gehe einTheil der Säure desselben mit über; er tadelt Diejenigen, welche den Wein-steingeist über kohlensauren Kalk rectisiciren, und bemerkt, daß man ausdiese Art nur das Phlegma erhalte und den eigentlichen Geist verliere.Später wurde selten untersucht, welcher Art eigentlich die durch Destillationdes Weinsteins erhaltene Säure sei; Fourcrop und Vauquelin sagen