Band 
Vierter Theil.
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Organische Säuren.

versicherte 1812 an Thomson, daß dem wirklich so sei. Bergman gab °„

6", die krystallisirte Saure liefere bei der Destillation Gas, welches zurHälfte aus Luftsäure, zur Halste aus einer entzündlichen und mit blauerFarbe brennenden Lustart bestehe; er bemerkte auch, daß sich ein Theil derSaure sublimirt. Er führte noch an, daß diese Saure sich aus allen zucker-igen Substanzen, aus Mehl, Gummi und anderen vegetabilischen Stoffen,mittelst Salpetersäure, darstellen lasse.

Macquer verglich in seinem Dictionnsire cb)-m',e, 1778, diekrystallisirte Zuckersaure mit dem Sauerkleesalz. Diese Vergleichung beruhte'"deß nicht auf der Erkenntniß der Identität der ersteren mit der Säure indem letzteren. Zuckersaure und Kleefarne wurden als zwei verschiedene Sub-stanzen betrachtet, und Bergman gab in seiner Untersuchung 3e utti-sctio-electivis (1783) für jede eine besondere Verwandtschaststabelle. DieIdentität beider Säuren wurde durch Scheele 1784 dargethan. Zugleichsitzte er, daß in der Rhabarberwurzel oxalsaucer Kalk enthalten ist (das Salzdieser Wurzel war schon früher wahrgenommen, und von Model 1774strthümlich für schwefelsauren Kalk gehalten worden); 1785 gab er an, wievpalsaurer Kalk in Gewachsen zu erkennen sei, und 1786 machte er vielePflanzen namhaft, in welchen dieses Salz (calx sscckarats) enthalten sei. —

Hinsichtlich der Entstehung der Zuckersäure hatten mehrere Chemiker Ansich,-n »»„

^ ^ ^ ihre Constilution

f-Lergman 1776, Macquer 1778 u. A.) zuerst geglaubt, sie sei in demMucker schon fertig gebildet enthalten, und darin mit Phlogiston oder miteinem öligen Bestandtheile verbunden, welcher durch die Salpetersäure zerstörtv>erde. Andere (z. B- Wiegleb 1784) hatten die Zuckersaure für einedurch vegetabilische Stoffe oder durch die Aufnahme von Phlogiston abge-änderte Salpetersäure gehalten. Die letztere Ansicht war nicht mehr zu hal-i, sobald die Identität der Zuckersäure und der Oxalsäure nachgewiesenir. Die Antiphlogistiker glaubten zuerst, diese Säure entstehe aus demZucker einfach dadurch, daß dieser Sauerstoff aufnehme (vergl. Seite 267).

^ Die Oxalsäure wurde lange für eine dreifach zusammengesetzte Substanzehalten; Berzelius, welcher 1814 zuerst das atomistische Verhältniß ken-nen lehrte, in welchem hier Kohlenstoff und Sauerstoff vereinigt sind, war^mals noch der Ansicht, ein geringer Gehalt an Wasserstoff, welchen ihmd'e Analyse ergab, gehöre wesentlich zu der Eonstitution jener Säure, wiefH in den wasserfreien Salzen enthalten sei. Daß diese keinen Wasserstoffschalten, nahm zuerst Dulong 1815 an; als die näheren Bestandtheile

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