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Aepfelsäure.
Gallussäure.
Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.
welche der Aepfelsast auf Metalle hat, bediente man sich schon im 16. Jahr-hundert zur Darstellung von Arzneimitteln; Libavius beschreibt in seinerAlclr/mia (1595) die Methode, Extrakte zu bereiten, indem man die zuextcahirenden Körper in ausgehöhlte Aepfel bringe, und die Mnctnra Mrtispomsts ist seit jener Zeit bekannt. Libavius spricht auch in der angeführ-ten Schrift von dem Saft, welchen die »dsccse ericse bscciierse (Mehlbeervocsnt Oermani)« geben; succux evaelit rüder, et adllurn guill saplt. —'Daß der Aepfelsast.mit Natron ein eigenthümliches Salz bilde, berichtete Do-nald Monro in den kdilosopdlcsi Hsiissctlons für 1767. Scheelezeigte 1785, daß der Saft der Rauchbeeren (indes Arossulsrls) neben Ei-tronensaure eine andere Saure enthalte, welche ein im Wasser löslicheresKalksalz, als die erstere Säure, bilde, und welche sich in dem Saft der sau-ren Aepfel reichlich finde, weshalb er sie Aepfelsäure nannte. Er zeigteihren Unterschied von der Eitronensaure, und bestimmte für viele Pflanzen,ob sie eine oder beide Säuren enthalten. — Zunächst untersuchte sie vor-züglich Vauquelin (vergl. Theil I, Seite 353), dessen Beobachtungenwesentlich dazu beitrugen, die Eigenthümlichkeit der Aepfelsäure anerken-nen zu lassen; Bouillon-Lagrange und A. Vogel behaupteten dage-gen 1807, die Aepfelsäure sei nur eine Mischung von Essigsäure und Ex-traktivstoff. — Daß die Saure, welche Donovan 1815 aus den Vogel-beeren erhalten, und als eine eigenthümliche Vogelbeecsaure (adele sordigue)genannt hatte, reinere Aepfelsäure sei, zeigte Braconnot 1818.
Die Alten*) kannten die Eigenschaft des Saftes der Gall- und Gra-natäpfel, mit gewissen (eisenhaltigen) Substanzen eine schwarze Färbung zugeben, und bedienten sich derselben als einer Reaction zur chemischen Prü-fung (vergl. Theil II, Seite 51). Daß Galläpfelsast mit eisenhal-tigen Substanzen schwarze Färbung giebt, wußte Paracelsus; daß derSaft von Eichen, Erlen, Gallapfeln u. a. sowohl eisenhaltige, wie kupftc-haltige Lösungen dunkel färbt, Libavius um 1600 (vergl. TheilSeile 56); daß Galläpfeltinctur überhaupt die verschiedenen Metalle w>t
*) Des Leders wird in den Schriften der Alten so oft erwähnt, daß an ihrerBekanntschaft mit diesem Produkt nicht gezweifelt werden kann. Doch ißmir keine nähere Angabe über die von den Alten befolgte Methode, zu ger-ben, oder über die Substanzen, welche hierzu besonders brauchbar sind, bekannt.