Organische Säuren. 373
lange für eiscnfrei, oder doch das darin befindliche Eisen nur für eine Ver-unreinigung. Darauf, daß die nach Macquer's Vorschrift erhalteneFlüssigkeit eisenhaltig ist, machte Baume 1773 aufmerksam, und gab an,öuß sie auf Zusatz von Essig einen sich blauenden Niederschlag bilde. Meh-rere Methoden wurden zu jener Zeit veröffentlicht, nach welchen man demMacquer'schen phlogistisirten Alkali den Eisengehalt ganz entziehen könne,U>as damals als eine um so wichtigere Aufgabe erschien, da man sich dieserVerbindung, nach Bergman's Vorschlag, bedienen wollte, Eisen behufsquantitativen Bestimmung damit auszufallen, bis endlich Werth olletk?87 zeigte, daß das reine nach Macquer's Verfahren bereitete Blut-luugensalz Eisen als wesentlichen Bestandtheil enthalt.
Daß sich dieses Salz, das Kaliumeisencyanür oder Ferrocyankalium,ur fester Gestalt darstellen laßt, erwähnen zuerst Sage in seiner Ninera-liociinsstigue 1772, und Bergman in seinen Anmerkungen zuörn von ihm herausgegebenen Vorlesungen Scheffer's 1775. Scheelegab 1784 an, dieses Salz durch starken Weingeist aus seiner Auflösungi" fallen. — Daß statt des Kali's zur Bereitung des phlogistisirten Alkali'saus Berlinerblau auch flüchtiges Alkali dienen kann, zeigte Meyer in Os-nabrück schon 1764 in seinen »Chymischen Versuchen zur näheren Erkennt-niß des ungelöschten Kalkes-- u. s. w.; die entstehende Verbindung (Ammo-niumeisencyanür) wurde als flüchtige Blutlauge benannt.
Betrachten wir jetzt, wie sich die Kenntniß des Stoffes, welcher der^lutlauge und dem Berlinerblau eigenthümlich ist, weiter entwickelte. BisherN>ar er meist als ein verbrennlicher oder phlogistonartiger Körper betrachtetworden (weil man spater das Phlogiston für identisch mit dem Wasserstoff-gas hielt, erklärte de la Metherie in seinem Ksssi «ur I'sir pur 1785Blutlauge für Alkali, welches mit brennbarer Luft verbunden sei); 1772weinte Sage in seinen Kleinen« <Ie minersIvAie ckociinAstigue, jener Stoff^i nichts Anderes als Phosphorsaure; das folgende Jahr unterschied er ihnvon der Phosphorsäure ganz allgemein als eine thierische Säure. Guytonöe Morveau 1772 und Bergman 1775 hielten diesen Stoff gleichfallseine Saure, aber keiner ermittelte etwas über ihre Eonstitution. 1784"klarte Westrumb die Blutlauge für eine Mischung aus einem thierischen^kl, einer besonderen salmiakartigen Substanz und einer Säure, die an^as Alkali gebunden sei, und 1786 behauptete er, der eigenthümlicheßarbende Stoff in der Blutlauge sei eine Verbindung von Phosphorsäure,