Band 
Vierter Theil.
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Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.

Ansichi.n likr das flüchtigem Alkali und Phlogistonin d,m B-riin», Phosvhvrseife.

blau und den, ^ ^ ^ ^ '

Blnrlaugensalj.

er sei eine Art destillirbarer fluchtiger

Diese Ansicht fand in Deutschland Anhänger, aber nur so lange, bisdas antiphlogistische System auch hier die Oberhand bekam und man dieUntersuchungen der Antiphlogistiker, welche hier bisher oft wenig geachtetworden waren, besser würdigte. Da trat denn auch Westrumb's Ansichtzurück vor den Resultaten, welche Berthollet gefunden hatte; Berthol-let's Untersuchungen selbst aber ging eine wichtige Arbeit von Scheelevoraus, über welche zuerst zu berichten ist.

Diese Arbeit wurde in den Abhandlungen der Stockholmer Akademiefür 1782 und 1783 publicirt. Scheele fand, daß sich das färbende Principder Blutlauge oder des Blutlaugensalzes isoliren laßt, wenn man dieseKörper mit Schwefelsaure destillirt. Er zeigte, daß hier eine Luftart über-geht, welche entzündlich ist, vom Wasser absorbirt wird, und den Eisenkalk,der sich aus einem erst mit Eisenvitriollösnng und dann mit Alkali benetztenPapiere befindet, blau färbt. Dieser Körper erhielt die Benennung Ber-linerblansaure, abgekürzt Blausäure (Bergman nannte sie »cickum coeru-lei derolinensis oder acickum tin^eus, Guyton de Morveau acickepruWiyue, Hermbstadt zootische Säure). — Scheele zog aus denBeobachtungen, daß die gasförmige Blausäure bei der Verbrennung Lust-säure (Kohlensäure) giebt, daß die blausauren Salze bei der Destillationflüchtiges Alkali geben, und daß vegetabilische Kohle und Alkali nicht fürsich, wohl aber wenn Salmiak auf sie in der Hitze einwirkt, Blutlaugebilden, die Schlußfolgerung, die Blausäure bestehe aus flüchtigem Laugen-salze und Kohlenstoff (oder aus flüchtigem Laugensalze, Lustsaure und Phlo-giston). Bei dieser Untersuchung entdeckte Scheele auch das Cyanqueck-silber, indem er Berlinerblau mit Quecksilberoxyd kochte. Er erhielt CyaN-ammonium, indem er das mit Berlinerblau digerirte Ammoniak destillirte;nach seiner Angabe erhält man in der Vorlage flüchtiges Alkali, mit dewfärbenden Stoffe des Berlinerblaus geschwängert. Er gab auch an, manerhalte es durch Destillation trocknen Ochsenblutes. Er beobachtete, daß dieVerbindung, welche man durch Vereinigung der Blausäure mit wässerigemKali erhält, sich durch die Wärme leicht zersetzt. Er scheint bereits ver-muthet zu haben, daß in dem Berlinerblau verschiedene Eisenkalke (verschie-dene Oxydationsstufen des Eisens) enthalten sind, und daß in der Macquer'-schen Blutlauge unvollkommener Eisenkalk (Eisenoxydul) enthalten ist.