Buch 
Leichte Metalle und spröde unedle schwere Metalle / Leopold Gmelin
Entstehung
Seite
134
JPEG-Download
 

134

B a r y u in.

zur vollkominnen Zersetzung zuerst gelinde, zuletzt kurzeZeit heftig geglüht. VAUQUKUX. Man bringt den Tiegel ineinem gut ziehenden Windofen zu starkem Glühen, wirft einige Löffelvoll gepulverten salpetersaureu Baryt hinein, deckt zu, glüht, bis dieMasse ganz fest geworden ist, wirft wieder salpetersaureu Baryt hineinu. s. f., bis der Tiegel zur Hälfte mit Baryt gefüllt ist. Bei zu viel sal-pctersaurem Baryt auf einmal würde die Masse übersteigen. Aus demllatintiegel lasst sich der Baryt nicht gut ablösen ; auch mischt siebnach Bkkzkmus ( hehrh. 4, 243) dem Baryt viel l'iatinoxyd bei. Youiirdenen Tiegel, den man nach dem Erkalten zerschlägt, nimmt der Barytetwas Kieselerde, Alaunerde, Eisen und Maugun auf. Bei zu langemGlühen zieht der Baryt Kohlensäure und Sauerstoff an. 2. Kolllen-

saurer Baryt wird, mit/io Kienrufs oder Kohle gemengt,etwa noch mit Traganthschleim oder fettem Oel zu eineinTeige gemacht, und in einem mit Kienrufs gefütterten, gutverschlossenen Thontiegel weifsgeglüht. Pelletier. Hier bleibt

der Baryt leicht entweder mit Kohle oder mit kohlensaurcm Baryt ge-mengt; auch erzeugt sich etwas Cyanbaryum, wofern die Kohle nichtvöllig stickstofffrei ist. 3. Man glüht im heftigsten Essenfeuerkohlensauren Baryt im llatintiegel bis zum Schmelzen. AbicikEigenschaften. Nach 1 u. 2 grauweifse, porose, zerreib-liche Masse; nach 3 dunkclgrau, mit bläulicher Oberfläche,fest zusammenhängend. Spec. Geweicht 4,000 Foimrnov,4,7322 ungefähr, Karsten. Schmilzt erst im heftigstenEssenfeuer, Abich; vor dem Knallgasgebläse zu einer blei-farbigen Schlacke, die sich an der Luft mit einem w r eifsenPulver bedeckt, Clarke. Leitet nicht die Elektricität.Schmeckt ätzend und alkalisch; reagirt alkalisch auf diePllanzenlürben; wirkt ätzend auf organische Stoffe, jedochin geringerem Maafse, als Kali und Natron, und zeigt, auchabgesehen von der Actzkraft, giftige Wirkungen.

Berechnung. BKnzm.irs. H. I)avf.

Ba OS,« 89,30 89,53 89,7

0 8 10,44 10,45 10,3

BaO 70,0 100,00 100,00 100,0

(BaO = 850,88 -f 100 = 950,88. Bkiizei.ius.)Versetzungen. 1. Durch Elektricität. 2. Durch Kaliumin der Glühhitze. 3. Durch Wasserstoffgas in der Hitzedes Knallgasgebläses. 4. Durch Phosphor, Schwvfel undWasserstoffsäuren. 5. Leitet man über in einer Röhre er-hitzten Baryt Sclnvefelkohlenstotfdampf, so kommt er insGlühen, und verwandelt sich in ein Gemenge von Schwefel»baryum und kohlensaurem Baryt. Berzelics (3iiaO + CS =SBaS H BaO, C0 J ).

Verbindungen. H. Mit Wasser:

«. liarythydml. Baryt zerfällt, mit Wasser ange-feuchtet, unter Erhitzung, die bis zum Glühen und Schmel-zen des gebildeten Hydrats gehen kann. Doreheineh (Sckw.0, 307). Der in einem llatintiegel geschmolzene Baryt zieht so begierigWasser und Kohlensäure aus der Luft an, dass er den Tiegel ansdehnt.

Abich. Man erhält das Hydrat durch Schmelzen der Baryt-