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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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konnte, ihr hier in ihrer ganzen Vollständigkeit eine Stelle ange-wiesen zu haben:

„Wenn man den steilen Pfad von Botzcn nach Velo binange-sticgen ist, so erschließt sich den Blicken eine neue Welt, die um somehr überrascht, als der Reisende, der unten auf der Straße anden kahlen, Einsturz drobcnden Porphprsäulcn voriibcrfäbrt, nichtdie geringste Ahnung davon hat. Wie ein Vorhang rollt es sichvor seinen Augen auf: hinter einer weiten Ebene, mit Dörfern undLandhäusern besäet, von Waldbächcn durchrauscht, erhebt sich derRitter und seine herrliche Alpe, darüber hinaus die schönen Wald-höben am Fuße der Mendola und des zackigen Tobal, und noch hö-bcr in die düsteren Felsen des Vintschgaucs und der Gletscher Ur-teiles. DicS ist der Weg nach Gröden; so geht es endlich bei Brüs-sels einen Schlund hinab, durch drei der reißendsten Waldbächehindurch an dräuenden Felsen vorbei zu einem engen Plateau, vonwelchem dem Wanderer eine neue überraschende Aussicht entgegenlacht. Grüne Felder liegen wie schmiegsame Teppiche auf denweißen Felsen ausgebreitet, biegen sich in die Klüfte hinein, undumwallen den Rand der Bäche. Schroffe Zacken ragen aus diesemweichen Grün hervor, von dem sich zierliche Häuser erheben, großund klein, hoch und niedrig, aber alle weiß, alle Fenster blank, alleThüren gelb oder grün, alle Dächer roth, und dabei diese Wohnun-gen so aus die Höhe vertheilt, so ordentlich und doch nicht regel-mäßig, als hätten sittsame und kluge Kinder ein Dörfchen bauenwollen und sie hingestellt. Das ganze Thal ist nur gegen l ss- Mei-len lang, kaum '/z Meile breit und ganz mit diesen freundlichenzerstreuten Wohnungen bedeckt.... Wir treten in eines der nied-lichsten Häuschen, im niedrigen bolzgetäfelten Zimmer saßen einigealte Weiber und Männer am Tische, hatten Stücke Holz in derHand, und schnitzten daran behend und flink herum. Eine muntereAlte ergriff ein frisches Stück und sagte, sie wolle in unserer Gegen-wart einen Fuchs schneiden, eine andere erbot sich zu einem Wolf,ein Mann zu einem Tvrolcr, und ein Vierter zu einem Tabak rau-chenden Holländer. Es war bewundernSwcrth, wie kühn sie mit ih-ren Instrumenten zu schneiden begannen, wie sicher sie dann weiterformten und wie schnell die Unirisse sich zeigten. Sie versicherten,nie ein Stück Holz zu verschneiden, wohl aber zeigten sie ihre Händeund Finger voll Narben. Von der im Ort auf höheren Befehl er-