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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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206
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die Brvdpreisc solch' eine» bedelltenden Einfluß bat, ohne Zweifeleine sehr zu berücksichtigende Thatsache, auch ganz abgesehen davon,daß bei den verbesserten Mühlen eine Menge der bei den alten ganzgewöhnlichen Hindernisse der Bewegung und viele Reparaturen ver-mieden werden, daß durch cinmaligeö Sieben man mehrere Mehl-sorten erhält, die Älcicnabsondcrung weit vollständiger ist, dasselbeRad mehr Mahlgänge treiben, bei, gleichem Umfange und gleichemZeitaufwand weit mebr Mehl liefern kann als die bei uns leidernoch so gewöbnlichen Mühlen vom alten, unverbcsscrtcn, aber sosehr verbcsscrlichem Schlage

Die möglichst günstige praktische Benutzung der uns vonder M ut ter N atur so rcich! ich darg eb otcnen Wasserkräftekann nicht hoch genug bezüglich der Beförderung unsers Nationalwohl-standes berücksichtigt werden. Drei Produkte sind es vor Allem, die»den gedeihlichen Fortgang größerer Gewerdsanlagcu bedingen, fließen-des Wasser, Brennstoff und Eisen. Den» wo diese nicht mangeln,lassen sich Maschinen aller Art mit wenigem Aufwand errichte» undbetreiben, sowie alle Arbeiten, die chemischen, wie die mechanische»wesentlich abhängig sind von der Mitwirkung des Wassers und desFeuers. Des letzteren, den Dampf in Bewegung setzenden Elementesnamentlich in flachen Lander», wie Norddcutschland, Franken, Belgienund Holland, wegen des beinahe waagerechten, daher wenig Kraftenthaltenden Laufes der fließenden Wasser, des ersteren weit billigerenBetriebsmittcls der Wasserkraft immer in gebirgigen flußreichen Ge-genden.

Werfen wir nur einen Blick auf die Karte, so gewahren wir, daßgerade den hessischen, von dem Rhein und Main durchstoßenen, vomNeckar und der Weser begrenzten Gegenden ein großer Reichthum anfließenden Wassern zu Theil geworden ist. Unser Hessen theilt sich inebene, hügelige und hochgebirgige Gegenden und ist ein auf seinenHöhen mit Wald bedecktes und hierdurch zur Speisung fließender Was-ser besonders geeignetes Land. Von seinen Gebirgen eilen daher aucheine Menge Flüßchen und Bäche der Weser und (theils direkt, theilsindirekt mittelst des Mains und Ncckarsl dem Rhein, diesem schönstenaller deutsche» Ströme zu. Mindestens eben so viele als in irgendeinem der englischen Distrikte, aber lauge nicht so gehörig als Wohl-fahrtsguellen benutzt. Dort werden durch ihre lebendige Kraft nichtallein viele hundert Räder in Bewegung gesetzt, sondern sie liefernzugleich den Fabriken das erforderliche Wasser zum Bleichen, Reinigen,Drucken und Färben der Zeuge und speisen zuletzt noch die Kanäle,die für den Transport aller Rohstoffe und aller Waaren so wichtigeDienste leisten. Was sehen wir bei uns? Hier und da im Verhält-