Die »ammtllchm GewcrbSanstaltcn der seitker bebandeltm Klasse,zu welcher die vorzugsweise Brennstoffe verbrauchenden, (somit auch
»iß zur vorhandenen Wasserkraft höchst spärlich gesät und zerstreut,eine Fabrikanlage, meist nur Madlmüblcn, dic überdies, wie erwähnt,fast durchgängig jene älteste, einfachste, aber auch nnvortheilhaftesteArt von untcrschlächtigen Räder besitzen, Sie bestehen bekanntlich ineinem hölzernen Radkränze, an dessen äußerem Umfange radial ste-hende ebene Brettchcn oder Schaufeln befestigt finv, Räder, bei wel-chen dem zu betreibenden Werke von der reinen theoretischen Kraft desWassers oft nur 20, durchschnittlich nur 30 prCt, zu gute kommen,somit wenigstens ^/, der ganzen Wasserfalle unbenutzt wcitcrfließt. Wieschlecht sind die Rinne» gebaut, in welchen diese an sich daher schonunergiebigen Räder laufen, sowie die Schützen, über welche das Wai-ser den Räder zuströmt. Abgesehen hiervon, wie viel Wehr» lassensich noch auf dem Rhein, dem Main, dein Neckar und der Lahn —natürlich mit Durchflüssen und Schleußt» für Floß- und Schiffahrt -wie viele a» den (in Wagners hessischer Geographie beschriebenen) 59Flüßchen und Bächen Lberhcssens, 47 der Provinz Starkcnburg und20 Rheinhcssen «»gehörigen noch einsetzen und, was die grösserenFlüsse betrifft, mittelst bedeutender Mühlkanälc sie zum Betriebe einerMenge von Wasserwerken bcnützen! Wie viel Wasser läuft über diebereits eingerichteten Wehre noch hinunter und könnte mittelst zweck-mäßiger Leitung von Seitenkanälen zum Betriebe vieler Hunder-ter reichliche Nahrung spendenden von Mühlen und Fabriken verwendetwerden! Ein Beispiel mag genügen, Manchester liegt an dem Jrwel,jenem Flüßchen, über welches in einer Höhe von 38 Fuß der berühmteBrüdgcwater-Kanal auf höchst interessante Weise geleitet ist. Der Falldieses kleinen Flusses, der später mit dem Mersp vereint, nach sehrkurzem Lauf bei Walton ins irische Meer fällt, beträgt von der erstenMühle bei Lacub bis Prestolcn (bei Bvltonj an 900, der davon be-nutzte an 800 Fuß und man rechnet, daß dieses Flüßchen allein mitseinen Seitcnbächen wenigstens 300 Werke treibt. Seit mehreren Zäh-ren hat man, nicht zufrieden mit der von der Natur gegebene», seineWasserkraft noch dadurch bedeutend erhöht, daß man auf den Verge-hen 18 große Bassins anlegte, in welchen sich 24l Million KubikfußWasser sammeln können, dic allein eine Kraft von 6,600 Pferde ge-ben. Was sehen wir bei uns? das durch Napoleons letzte Schlachtauf deutschem Boden so berühmt gewordene Flüßchen Kinzig einspringtoberhalb Schlüchtern auf einer der zwei bedeutenden Wasserscheiden,welche das Rheingebiet von dem der Weser trennt und fällt bei Ha-nau, nach etwa 14stündigem Laufe, in den Main, Es ist die Haupt-ader der ganzen churhcssischen Provinz Hanau, nimmt eine große Mengerasch ihr zuströmender Gebirgsbäche auf und hat einen solchen Wasser-reichthum, daß sie ganz nahe ihrer Quelle schon eine Mühle treibt