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Die Erweiterung und Vervollkommnung des deutschen Gewerbsbetriebs, ein Mittel zur Herstellung des richtigen Verhältnisses zwischen Bevölkerung und deren Bedürfnisse, mit besonderer Rücksicht auf das Grossherzogthum Hessen : eine Denkschrift für jeden wahren Vaterlandsfreund / von Ludwig Wilkens
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stadt noch vor wenig Jahren ein Creditbricf bis höchstens Mailandnicht einmal bis Florenz, Nom und Neapel, wie ich wünschte, er-

Millionen Gulden Waaren, Kopf für Kopf also nur i-irca 15 Kreuzerwährend des ganzen Jahres ausgeführt. Wie aber der Verbrauch ei-nes Volkes mit der Hebung seiner Kultur und Civilisation reißendsteigt, das lehrt zur Genüge Nordamerika, dessen eiuzcluc Bewohnerdurchschnittlich jährlich bereits für 5 bis 6 Gulden allein an englischenFabrikaten konsumircn. Es handelt sich unter andern auch von derZunahme des Handels mit dem türkischen Gesammtreich, dessen Ver-kehr mit England von >834 bis t844, also in 10 Jahren, um >30prCt., ja in den beiden Donauhäsen Galacz und Braila von 624,688 sl.im Zahr 1644, 1846 bereits auf 4,017,423 st. C. M. nachweislichgestiegen ist. Warum soll der unsers deutschen Vaterlandes nicht gleicherfreulich gedeihe» können, in unsern Gauen, welche bis auf völligeEinheit der Nation und höheres politisches Bewußtsein, alle Hauptbe-dingungen besitzen, mittelst welcher die Industrie zur schönsten Blüthesich auszubilden vermag, wie ihr Boden durch reiche Naturproductio»,große schiffbare Ströme, Lage an drei Meeren, eiu vollständiges Ei-senbahnnetz, so bieten seine Völker ihm tüchtige Handels- und Seeleuteund Industrielle in Menge, deren Scharfsinn und Erfindsamkeit eben-sowenig zu wünschen übrig läßt, als ihre Liebe zum Fleiß, zur Ord-nung, Wirthschaftlichkeit und Mäßigkeit; ihre Beharrlichkeit und Aus-dauer in der Forschung und in den Geschäften ihr aufrichtiges Strebennach dem Bessern, nach hoher technischer Ausbildung der Gewerbe, alsihre Moralität und Ueberlegsamteit. Ein wohl organisirtcr Absatz, einenationale Handelspolitik wird ebensowenig ausbleiben, als wir Deutschesicher, halten wir nur einig zusammen, in die Lage kommen werden,mit Erfolg gegen die hohen zum Theil prohibirenden Schutztarife undSchiffahrtSgesetze, welche die bedeutendste» europäischen. Staatenunsern Schiffen und Waaren entgegenstellen, anzukämpfen. GustavHöfker bezeichnet nicht mit Unrecht den direkten Handel als den unterallen Umständen förderlichsten. Befinden sich zwei Länder in der Lage,daß wechselseitig das eine erzeugt, was das andere braucht, so istfür sie kein dritter vortheilhaftcrer Markt zum Austausch denkbar unddas Wachsen dieses Austausches durch die beiderseitige Vcrbrauchszu-nahme ist von nichts Fremdem bedingt, der direkte Bedarfshandel be-lebt vorzugsweise die Gewerbe, nur in ihm erschließt sich dem Feißund Unternehmungsgeist unserer Producenten die geziemende Wirk-samkeit und ist dem gegenseitigen Wachsthum der Völker keine Grenzegezogen. Diese Wahrheit muß uns vor Allem bei unserem vaterlän-dischen Streben, unser» deutschen, dem englischen und holländischenHandel wesentlich anheimgefallenen Absatzmarkt für überseeische Er-zeugnisse wieder vollständig zu erringen, zur Richtschnur dienen. DieseAbhängigkeit verträgt sich in unsern Tagen, wo die Wohlfahrt und