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schuhfabrik bestehen kann. Die Form und Größe der Handschuheist im Wesentlichen eine gegebene, der Natur der Sache nach un-veränderliche. Es ist daher vorzugsweise nur die Art und Weiseder geschmackvollen Verzierungen, welche in der Form und an demStoffe derselben angebracht werden, die einer Veränderung unter-liegt und ebenso wie vic Farben deö verwandten Leders eine fastunglaubliche Mannigfaltigkeit gestattet. Wir brauchen uns auchhierin, wie in so mancher andern Fabrikation, nicht absolut sklavischder Herrschaft der Pariser Mode zu fügen. Wir brauchen nur mitder Richtung der jedesmaligen Pariser Mode innerhalb gewisserGrenzen uns auf dem Laufenden zu erhalten, müssen aber nochmehr stets streben in dieser Richtung mit freier Selbststandigkcit undgebildetem Geschmacke das Schönste, das Ansprechendste für dieNation, für welche wir arbeiten und das Preiswürdigste zu liefern,dies ist also die Aufgabe bei dieser wie bei anderen Erwerbsquellenund wahrlich nichts weniger als unmöglich erscheint bei uns derenLösung. Vor Allem ist hierzu erforderlich: 1) daß der Fabrikantvon dem Artikel Handschuhe eine vollständige Kenntniß sich erwerbeund sich darüber auf dem Laufenden erhalte; 2) daß er die erfor-derlichen Rohstoffe und die übrigen Hülfsmittel jeder Art aus denbesten Quellen und aus erster Hand beziehe; 3) daß ihm die Aus-bildung seiner Arbeiter gelinge, und 4) daß er seinen Absatz zweck-mäßig einrichte. In all diesen Richtungen vermag der zu errich-tende Gewerbshülfsverein mit seinen Mitteln hülfrciche Hand zuleisten. Bezüglich des ersten, zweiten und letzten Punktes .müßte eretwa mit Unterstützung des Vereins die anerkannt ersten deutschen(ebenso vorzüglichen, als französischen) Fabriken, jene zu Luremburg,zu Erlangen, Altenburg, Dresden und Berlin besuchen, sich unterdem schicklichsten Vorwand auf die genaueste Kundschaft legen undsofort Alles Wisscnswerthc sich aufzeichnen, namentlich auch dievorzüglichsten ihm aufstoßcnden Werkzeuge seinem Gedächtnisse mit-telst kurzer Skizzirung zu eigen machen. Bezüglich des dritten Punk-tes möchte wohl das fördcrndste Mittel sein, wenn er einige der ihmaufstoßcnden geschicktesten Arbeiter und Arbeiterinnen veranlaßt, sichbei uns anzusiedeln und praktisch unter seiner Oberleitung unsereLandleute die verschiedenen Manipulationen bei der Handschuhferti-gung zu lehren. Es würbe ihm für alle die gebrachten Opfer eineentsprechende Entschädigung und überdies noch die Möglichkeit in