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In den gewerblichen Fächern wie in allen des Wissens und desLebens wird der von der Natur geistigbeschränkte Mensch durch an-haltendes Forschen in todten Büchern nicht verständiger, sondernweit eher verworrener und für das praktische Leben unbrauchbarer,während derselbe, trotz der ihm so stiefmütterlich zugetheilten geistigenFähigkeiten in der Verfolgung einer seinen körperlichen Anlagen ent-sprechenden, mehr mechanischen rein praktischen Beschäftigung mitden vorzüglichsten, den Eigenthümlichkeiten des Bodens seiner Hei-math zusagenden Gewerben durch die Concentration aller seiner Fä-higkeiten hierauf mit einer dieser angemessenen Genügsamkeit gleich-zeitig eine gesuchte Geschicklichkeit und geschätzte Brauchbarkeit sicherwirbt, mittelst welcher er einer sorgenfreien Zukunft entgegen zusehen vermag. Ueberall, zu jeder Zeit müssen in allen Zweigendie wenigen ausgezeichneten Talente und seltenen Genies durch dieschöpferische Macht des Geistes die Mittelmäßigkeit zur Nachahmunganregen. Nur die vorherrschende praktische Richtung giebt dieUebung und Gewandheit, alle sich darbietenden Vortheile der Naturund Kunst möglichst vorthcilhaft zu benutzen, läßt zeitig das Zielwahren materiellen Volkswohls erreichen. Es verdient diese That-sache um so mehr Beachtung bei unserer jetzigen, in so mannigfachsich durchkreuzender, immer wirkender, schaffender und voranschrei-tender Thätigkeit heranwachsenden Jugend. Das in beschauenderund prüfender Thätigkeit sich entwickelnde praktische, von mechanischerFertigkeit unterstützte Gefühl erwirbt unvermerkt dem Gewerbsmanneinen, in den von frühester Jugend an sich schärfenden Sinnen ver-borgenen Reichthum der nützlichsten Kenntnisse, welchem noch so vor-treffliche Theorien der Schule den Vorrang einräumen müssen. Istdenn nicht alles Wissen im (Mmbskbm das Ergebniß der Erfah-rung, die von den Sinnen eingcsaugt, als Original in das Lebenübergetragen, ein weit treffenderes Bild, als ganze Bibliotheken vonder Gütererzeugung eines Landes verschafft? Wer vermag bei solch'unleugbaren Thatsachen noch zu zweifeln, daß unser dermaliger Volks-unterricht fast in unserm ganzen deutschen Vaterland noch zu vielauf das Wissen, statt auf das Leben berechnet ist? „blonpro 8ckolk>, Skä pro vita ckiscinniZ" ist einer der ersten Sprüche,die wir in der Schule uns aneignen müssen. Lasst unS sehen, obnicht ein äbnlichcr Sittcnsprucb auch bezüglich der Einrichtung un-sers deutschen Volksschulwescns platzgrciftich hier sein könnte.