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das praktische Leben zu betrachten. Außer den in neuester Zeit, na-mentlich in Stuttgart, von einem Vereine um höchst billigen Preisunter dem Titel: „Wochenbände für das geistige und materielleWohl des deutschen Volks" herausgegeben werdenden Volksschrifien,deren einzelne Theile nur drei Kreuzer kosten, erlaube ich mir beidem Mangel von in jeder Beziehung vorzüglich praktischen Volks-büchern noch auf folgende aufmerksam zumachen: 1) die vonArago,welche, ferne von jeder Politik gehalten, das baare Ergebniß so vie-ler vernünftig begonnenen und standhaft im Interesse dcS VokSwolüSdurchgeführten Versuche, das nutzbringende Erbe der Zeit enthalten.2) Zschokke's Goldmacherdorf, Branntweinpest und Meister Jor-dan. Vollendete Muster volksthümlichcr Schreibart hat nach He-bels Vorgang 3) der Schweizer Jeremias Gotthclf (PfarrerBizius in Lützelflüh bei Bern) geliefert; mehr für gebildete Leserobwohl nicht minder ausgezeichnet sind 4) die Schwarzwälder Dorf-geschichten von Berthold Auerbach, dessen Gcvattersmann und5) Hebels Rheinländische Hausfreunde. In neuester Zeit erfreuensich mit Recht in ganz Frankreich 6) Cormenins Dorfgespräche(Lntretions äs villsge) einer ungemein günstigen Aufnahme, sodaß binnen Jahresfrist 10 Auflagen von ihnen erschienen und über
ringsum von ihren Freundinnen mit Bandschleifen gleichsam einge-wickelt wird, die oft einen Werth von 15 — 25 fl. habe». Ich sagteneulich bei einer paffenden Gelegenheit zu einer Anzahl Mädchen, siesollten doch lieber ihren sich verehelichenden Freundinnen etwas zur Haus-steuer, etwa Teller und Schüssel» oder etwas Aehnliches, WerthvolleSund Nützliches geben, als diesen thörichten Bänderkram. Bei diesenGelegenheiten könnte man viel Gutes in dieser Beziehung wirken.)"
„Dadurch aber, durch diese Frauen- und Mädchenversammlungc»,wäre vielem Bösen abzuhelfen; das wären so recht eigentliche Indu-strieschulen für Leib und Seele; dadurch würden die so verderblichenSpinnstuben verdrängt und Sittlichkeit nebst reineren Freuden derweiblichen Jugend eingepflanzt. Gesang natürlich darf auch nicht feh-len und es könnten da Lieder eingeübt werden, neben welchen ihrebisherigen zu finge» die Mädchen sich schämen würden."
„Während die Bursche in der Fortbildungsschule verweilten, hättendie Mädchen eine ähnliche, nur familiärere Zusammenkunft. Schüttleman bei diesen meinen Worten nicht ungläubig und spöttelnd denKopf, sondern überlege sich die Sache genau. Es ist wahrlich höchstwichtig und gewiß ein reger Eifer, wie ihn der gute, alte PfarrerOberlin in Stcinthal bei Straßburg besaß, wird auch hier und daeine solche (freilich nicht leichte) Anstalt in's Leben rufen."