370 Bestandtheile des organischen Reichs
sind mit der Zelle vereinigt und machen einen wesentlichenBestandtheil derselben aus.
Die Zellen sind von einer bald dünneren, bald dickerenFlüssigkeit umgeben, welche mit dem Alter des Gewebes im-mer consistenter und zuletzt fest wird und die Substanz bildet,welche die Zellen unter einander verbindet.
Die Entstehung der Zellen hat man sich auf folgendeWeise vorgestellt. Man sieht in einer formlosen, dickflüssigen,bisweilen halb gallertartigen Masse, welche Eytoblastema ge-nannt wird, und worin die zur Zellenbildung nöthigen Stoffe> vorhanden sind, kleine runde Körnchen entstehen (Nucleoli);um diese setzt sich eine Schicht einer körnigen Substanz ab,welche immer dicker wird und den Kern (Nucleus ) bildet;ein ovaler oder runder kleiner Körper mit meist undurchschei-nender und körniger Oberfläche, welcher selbst für ein Bläs-chen, also für ein Zellchen gehalten wird. Von der Ober-fläche dieses Kernes erhebt sich ein Bläschen als ein Kugel-segment. Das Bläschen ist dünn und durchscheinend, ist an-fangs kleiner als der Kern, dehnt sich aber sehr schnell ausund wird so groß, daß der Kern gegen die innere Wandungdes zur höchsten Ausbildung gelangten Bläschens als einkleines Körperchen zurückbleibt. Die zur Entstehung des Bläs-chens nöthige Substanz wird von dem Eytoblastema geliefertund letzteres von dem Kerne zu einem Bläschen verarbeitet.Das Kernkörperchen (Nucleolus) ist also primäres Produkt,sein Keim muß in der zähen organischen Flüssigkeit, dem Cy-toblastema, enthalten sein. Die erste Spur von Organisationtritt mit dem Sichtbarwerden des Nucleolus auf, d. h. mitder Entstehung eines kleinen mikroskopischen Körperchens, wel-ches körnige Substanz aus dem Eytoblastema auf seine Ober-fläche niederschlägt und dadurch ein kleines schöpfendes Or-gan, den Kern, erzeugt.
Der Kern verarbeitet das Eytoblastema zu einer sich anseiner Oberfläche befestigenden granulösen Substanz, woraus