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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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mit eigenthümlichen Formen. 369

unorganisirten unterscheiden, woraus die allerverschi'edenstenorganischen Gebilde hervorgehen, woraus mit einem Wortedas ganze organische Reich besteht und wodurch es erhaltenwird.

Diese fast durchgreifende Allgemeinheit des Vorkommensderselben Grundformen da, wo die verschiedensten chemischenKörper organisirt werden, ist im höchsten Grade merkwürdig.Schleiden und Schwann haben sie, der eine im Pflanzen-körper, der andere im thierischen Organismus, verfolgt undsind zu gleichen Resultaten gekommen.

Man hat sie im Blute, als Blutkörperchen, in der Lym-phe, im Schleim und Eiter und beinahe in allen festen Be-standtheilen des thierischen Körpers gefunden; selbst der Keimeines neuen Individuums ist nichts Anderes, als ein mitFeuchtigkeit gefülltes und mit einem Kern versehenes Bläs-chen.

Mehrere Naturforscher, namentlich Purkinje, Valen-tin, Heule und Turpin, haben die Entdeckung vorbereitet,welche zuerst von Schleiden und Schwann in ihrer größ-ten Allgemeinheit ausgesprochen ist, indem sie zeigten, daßbei allen in der Entstehung begriffenen organisirten Körpernstets dieselben Grundformen angetroffen werden, woraus sichspäter Alles entwickelt.

Bei Untersuchung dieser Elementarzellen hat man ge-funden, daß, wenn ihre Wandung durch irgend ein Mediumaufgelvs't wird, der Kern in der Regel zurückbleibt. DerKern ist also ein besonderer Körper; man nennt ihn Cyto-blast, Nucleus. Darin lassen sich immer ein, zwei oder meh-rere dunkle Punkte unterscheiden, welche man Nucleoli ge-nannt hat. Ueber die Natur dieser Nucleoli ist unsere Kennt-niß noch sehr mangelhaft, man kann nicht sagen, ob es Höh-lungen, Bläschen oder feste Kügelchen sind. Sie liegen ander innern Wand des Kerns.

Die Kerne selbst werden für kleine Zellen gehalten; sie

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