378 Bestandtheile des organischen Reichs
und bildet gewissermaßen dasjenige Element, wovon der ersteImpuls zu organischem Leben ausgeht.
Aber glauben wir nicht, hiermit schon zu einer tiefernEinsicht in das Pssanzenzellenleben gelangt zu sein. So langewir von der chemischen Natur der Elcmentarkörnchen keineerakte Kenntniß besitzen, bleibt die chemische Physiologie nochdurchaus unvollständig und mangelhaft. Die Elementarkörn-chen sind die primären, die Fundamental-Organe; sie mitHülfe des Mikroskops und chemischer Reagentien zu prüfen,ihre Formen zu untersuchen und deren Relation zu den Ei-genschaften derselben zu studiren und die Eigenschaften mitdenen zu vergleichen, welche bekannte chemische Verbindungenbesitzen, — dies sind die ersten und nothwendigsten Erfor-dernisse, um zu erfahren, wie die Stoffe in der organischenNatur zusammenkommen und wie sie verändert werden.
Aber unsere Unwissenheit erstreckt sich nicht allein aufdie Zusammensetzung der Elementarkörnchen, auch die Art undWeise ihres Entstehens ist uns ein Räthsel. Sie sind wahr-scheinlich die ersten vrganisirten Körper in den Pflanzen, zu-nächst und unmittelbar aus den sogenannten unorganischenStoffen hervorgegangen; sie besitzen die Fähigkeit, Kerne,Zellen, Zellenreihen und Gewebe zu bilden; man denke siesich daher als die Quelle der organischen Lebensthätigkeit, diein den chemischen Stoffen liegt, welche die Elementarkörnchenzusammensetzen. Wenn die Kerne wirklich Zellen hervorbrin-gen, und selbst mit einer Flüssigkeit gefüllte Bläschen sind,so lassen sich nicht bloß die Zellen oder andere Formen, son-dern auch die Elementarkörnchen selbst als Elementarorgane,und die Kerne als Organe oder, wenn man will, als Indi-viduen betrachten, deren Wirkungen als organisches Ganze,wie klein es auch ist, schon complicirt sind, und welche Kräftebesitzen, die, wenn wir sie zerlegen, zunächst von den Kern-körperchen, weiterhin von den Elementarkörnchen und endlichvon den vier Grundstoffen ausgehen, welche die kleine Gruppe