394 Bestandtheile des organischen Reichs
So weit meine Erfahrung und Einsicht in jene Unter-suchungen reicht, kann ich von den häutigen Niederschlagen,welche bei einer zwölfhundertmaligen Vergrößerung beobach-tet wurden, bestätigen, daß die ursprüngliche Form derselbeneine lamelläre ist, und daß sich erst später einzelne Theilchendarin unterscheiden lassen, während man unmittelbar nachder Fällung nichts als ein homogenes Häutchen wahrnimmt.Dies gilt namentlich von den Eisendoppelcyanüren.
Die häutige Form der Niederschlägt scheint die kleinstenachweisbare Form zu sein, worin feste unorganische Körpervorkommen. Die Theilchen selbst können nicht mehr deutlicherkannt und unterschieden werden, und über ihre Gestaltläßt sich daher Nichts mit Bestimmtheit sagen. Man weißnur, daß sie sich zu wahrnehmbaren Körpern vereinigen,welche bald regelmäßige, bald unregelmäßige Formen besitzen,und welche im ersten Falle ihre Form beibehalten, indem sichneue Theilchen der festen Substanz auf die bereits vereinig-ten niederschlagen; daß sie ferner zuerst fest werden und alsselbstständige kleine Partikelchen neben einander bestehen, welchesich später gruppiren und unter einander zu einem größernIndividuum vereinigen, und daß die kleinsten festen Theil-chen, wenn es zwischen dem flüssigen und festen Zustande fürsie einen intermediären giebt, nicht sogleich bei ihrer Entste-hung, sondern erst nach einiger Zeit sich zu einem größernGanzen verbinden, daß endlich das neue Ganze zuweileneine krystallinische Beschaffenheit hat, aber niemals sich alshohles Beutelchen darstellt, welches, wie bei der Zellenbil-dung, etwas Neues producirt oder von Innen heraus einneues Individuum hervorbringt.
Harting und vor ihm schon Leeuwenhoek und Eh-ren berg haben bei Untersuchung der Art und Weise, wieKrystalle wachsen, gefunden, daß ein kleiner in der Auflö-sung schwimmender Krystall sich unmerkbar vergrößert. Linksieht auch hier kleine Kügelchen, welche sich an den fertigen