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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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442 Bestandtheile des organischen Reichs

Einflüsse der genannten Agentien ungefärbt bleibende Sub-stanz, vermuthlich Pectose, damit gemengt ist *). Der Reich-thum des Zelleninhaltes an coagulirtem Eiweiß erklärt dasVorkommen des Proteins in der Zellenwand. Die Wandist bloß davon durchdrungen, und zwar immer nur vonSpuren desselben. (Harting und M.)

Spiralgefäß e.

Wir können einer allgemeinen Eigenschaft der Pflanzen-zellen nicht genug unsere Aufmerksamkeit zuwenden, der näm-lich, daß an den Wänden der ausgebildeten Membran Stoffein spiralförmiger Richtung abgelagert werden. Die Ursachedieser Erscheinung ist unbekannt, aber die Thatsache steht fest.Sie hat zu einer Reihe der merkwürdigsten Verhältnisse imGebiete der Entwickelungslehre der meisten Pflanzenorganeund Gewebe den Schlüssel geliefert und verdient deshalbhier näher betrachtet zu werden.

Man findet in jungen Zellen außer dem utnoulus m-ternus Nichts, als ein denselben umgebendes Cellulose-Zel-lenhäutchen. In vielen andern Zellen steht man eine spiral-förmige feste Substanz als dünne Schicht an der innerenSeite der Zellenwand sich Hinaufwinden. Denkt man sich

*) Auch die aus reiner GeUulofe bestehenden Zcllenmembrancn schwellen inSalpetersäure, wie in Salzsäure und andern Säuren auf. Daraus liehesich also kein Beweis für das Vorhandensein von Pcctatcn entnehmen.Aber die Ausdehnung war hier weit stärker, als bei bloßer Cellulose. Knol-len, welche beim Auskochen mit kohlensaurem Natron keine Pectinsäurc mehrabgaben, schwollen durch Einwirkung von Salpetersäure und Salzsäurenoch stark auf. Man vergleiche die Artikel: Pcctinsäure und Xnloid!» inSclieik. Onderz, Deel III.

Am obigen Orte ist zugleich bewiesen, daß die Pcctinsäure nicht Be-standtheil der Zcllcnwände ist, und daß auch keine pcctinig« Säure besteht,wie Chodnew gefunden zu haben glaubt; ferner daß Pectin eine Verbin-dung von Dextrin und Parapcctinsäure ist. Ich erwähne dieser neuerenUntersuchung auch deshalb, weil sie zur Erläuterung des bereits S. 244darüber Angeführten dient.