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mit eigenthümlichen Formen.
säure verloren jene Bastfaserzellen alle unorganischen Bestand-theile und ihr Protein und gaben bei der Analyse:
C 46,32H 6,010 47,67 *).
Die Bastfaserzellen sind demnach hinsichtlich ihrer chemi-schen Natur von den Holzzellen nicht wesentlich verschieden.
Collenchym.
Das Collenchym, oder dasjenige Zellengewebe, welchesbei manchen Pflanzen unter der Epidermis vorkommt, zeigtin Phytolacca decandra gegen Salpetersäure, Fig. 12 und13, ein von dem Parenchym derselben Pflanze abweichendesVerhalten. Ein Querdurchschnitt aus dem dritten Jnterno-dium, von oben an gerechnet, wird nicht dadurch gefärbt,auch nicht auf Zusatz von Ammoniak, während der Zellen-inhalt gelb wird. Die rautenförmigen Figuren, welche inFolge einer ungleichmäßigen Verdickung der Zellenwand ent-stehen und durch Einwirkung der Salpetersäure scharf be-grenzt werden, und alsdann Kreissektoren gleichen, bleibenungefärbt. Jene Substanz ist also offenbar von Celluloseverschieden.
In Opuntia brasiliensis wird das Collenchym durchSalpetersäure und auch nach Zusatz von überschüssigem Am-moniak nicht gefärbt, ebenso wenig das hier vorkommendeParenchym. In concentrirter Schwefelsäure schwellen dieWände der Collenchymzellen stark an und werden wiedie Parenchymzellen nur etwas später unsichtbar. Ein ähn-liches Anschwellen und Verschwinden der Zellenwände be-wirkt concentrirte Kalilauge. Payen ist der Ansicht, daß
*) Sclieik. Onderz. Deel III.
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