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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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Bestandtheile des organischen Reichs

entweder keine oder nur eine sehr dünne Cuticulaschicht be-sitzen, wie bei Salvia argentea. Diese sind fast durchgehendsvielzellig, ohne Inhalt, mit einer Wand von 0,0007 Mm.Dicke. Salpetersäure dehnt die Wand nicht aus, noch färbtsie dieselbe. Ammoniak, im Uebermaaß hinzugesetzt, bringtebenfalls keine gelbe Färbung hervor. Auch Kali verändertsie nicht. Jod färbt sie sehr wenig gelb; auf Zusatz vonverdünnter Schwefelsäure werden sie violett mit mancherleiSchattirungen von Hell und Dunkel, indem die Enden hierund da blau, andere ganz blau erscheinen. Die trockene Be-schaffenheit dieser Haare erschwert das Eindringen des Jods;daher die Verschiedenheit. Sie scheinen demnach bloß ausCellulose zu bestehen.

In jenen Reaktionen stimmen sie ganz mit Baumwolleüberein; die Dicke der Wand beträgt 0,002 Mm. Auchdie Zusammensetzung ist die der Cellulose (s. Zellenwand S.435). (Harting und M.)

Dornen.

Die Dornen sind, soweit wir sie untersucht haben, einGewebe, welches inwendig mit dem der Holzzellen überein-stimmt. Die von Cirsium triacantha bestehen aus dickwan-digen Zellen, deren Wand 0,0077 Mm. dick ist. Sie sindmit Cuticula und mit Epidermiszellen bedeckt. Die inwendigliegenden Zellen werden unter Einwirkung von Jod undSchwefelsäure auswendig braun: darauf folgt eine bläulichegeschwollene Wand, und im Innern zeigt sich eine dunkel-braune körnige Membran (utrieulus internus?). (Hartingund M.)

Bei 135° getrocknet und mit Alkohol, Aether und Wasserausgezogen, besitzen sie folgende, mit den Holzarten überein-stimmende Zusammensetzung: