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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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mit eigenthümlichen Formen. 507

C 49,44H 5,99O+N 44,57 *).

Sie enthalten ungefähr 1% Asche-

Korkgewebe.

Das Korkgewebe, welches in manchen Pflanzen auftritt,verdient etwas näher ins Auge gefaßt zu werden. Man be-obachtet es in Opuntia tuna sehr deutlich. Während dasCollenchym und Parenchym durch Jod und Schwefelsäure(4 Th. auf 1 Th. Wasser) schön blau wird, bleiben die Kork-zellen unverändert; nach 24 Stunden sind sie braun gefärbt,Fig. 14 a. Dies Verhalten deutet an, daß das Korkgewebeein eigenthümliches Gewebe ist, welches sich nicht von Cellu-lose ableiten läßt und auch mit dem Holz in keiner Art vonVerbindung steht.

In Hoya carnosa verändern sich die Korkzellen nicht,außer daß sie nach vorhergehender Behandlung mit Jod braunwerden.

In dieser Reaktion stimmen sie mit der Cuticula überein,und es führt diese Beobachtung zu der Vorstellung über dieBildung der Korkschicht, daß sie eine Wiederholung der Cu-ticula sei. Dieser Schluß findet übrigens in den anderen Ei-genschaften des Korks und der Cuticula keine Bestätigung.

In 8ambucou8 werden die Korkzellen aus einem dies-jährigen Zweige durch Salpetersäure gelb, eine Eigenschaft,welche sie wiederum mit der Cuticula gemein haben. AufZusatz von überschüssigem Ammoniak werden sie noch gelber.Dieselbe Erscheinung findet in Tilia parvifolia statt, wo dasKorkgewebe durch Jod und Schwefelsäure keine Veränderungerleidet.

') Scheik, Onderz. Deel III.