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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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512 Bestandtheile des organischen Reichs

sammenhängt, in alten Holzzellen bildet sie eine vierte Wand.In den Holzzellen hängt sie nur lose zusammen.- aber siefehlt nach unseren Beobachtungen in sehr alten Zellen nurselten. Wir haben sie uti-ioulus inlerrm8 genannt, weil sieoffenbar inwendig liegt, und weil wir nicht wissen, ob sieprimordial ist, und noch viel weniger, ob sie wichtige Funktio-nen erfüllt.

15°. Die dünnwandigen vasa laticis bestehen aus reinerCellulose; die dickwandigen bei den Luplloi dia-Arten sind miteiner dünnen Schicht einer Substanz umgeben, welche mitder äußersten Schicht der Holzzellen übereinzustimmen scheint.

16°. Die Cuticula der Pflanzen ist eine von den Epi-dermiszellen ausgeschwitzte Substanz. Sie kommt in man-cher Hinsicht mit der äußersten Schicht der Holzzellen, derva8a porosa u. s. w. übcrein, weicht aber durch andere Ei-genschaften und in ihrer Zusammensetzung sehr davon ab.

17° Korkzellen, deren Hauptbestandtheil Suberin ist,verhalten sich in mancher Beziehung wie die Cuticula derPflanzen und wie die äußerste Schicht der Holzzellen, derva8a porosa u. s. w. Alle drei, die Korkzellen, die Cuticulaund die äußere Schicht der Holzzellen müssen als verschiedenechemische Körper betrachtet werden.

18°. Die Menge kleiner Oeffnungen in der jungen Zel-lenwand sind für die Fortleitung der Pflanzensäfte von gro-ßer Bedeutung, da überall, wo sie vorkommen, die Zellen-säfte nicht bloß aufgelöste, sondern auch suspendirte Theilchenenthalten können.

Zum Schlüsse dieser Beobachtungen will ich noch die-jenigen Stoffe aufzählen, welche als selbstständige chemischeKörper in den Pflanzengeweben unterschieden werden müssen.

ReineCellulose, welche, wie wir oben gesehen haben,durch Jod und Schwefelsäure die Farbe von Jodamylumannimmt. Sie bildet, so weit gegenwärtig unsere Erfahrungreicht, ausschließlich die Wand der nicht verdickten Zellen