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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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Thierische Gewebe. 543

noch Verschiedenheiten, welche aus zweierlei Ursachen ent-springen können.

Das Cytoblastema scheint nicht für alle Horngewcbe das-selbe zu sein; denn bei der Bildung sehr gleichartiger Zel-lenmembranen bleibt in verschiedenen Geweben ein besondererBestandtheil des Cytoblastemas übrig, welcher sich theils alsBindemittel zwischen die Zellen legt, theils von der Zelleselbst eingeschlossen wird.

Der Luft ausgesetzt, trocknen die meisten Horngewebeaus, und die plattgedrückten und in ihrer Form veränderten Zel-len besitzen dann einen trocknen Inhalt, der auf die chemischeZusammensetzung von Einfluß ist und kleine Abweichungen inderselben veranlaßt, wovon die Chemie noch nicht völligeRechenschaft geben kann.

Was das Bindemittel betrifft, so addirt sich auch dessenEinfluß zu dem des getrockneten Inhaltes hinzu, um die che-mische Natur der Horngewebe bei vielleicht absoluter Gleich-heit der Zellenwände in einigen derselben zu verändern.

Wir werden indeß später sehen, daß die Zellenwände nichtin allen Geweben dieselben Stoffe enthalten, aber diese nähernsich doch einander so, daß man sie sicher in den meisten Fällenfür nicht wesentlich verschieden ansehen darf, das einfacheund theilweise auch das zusammengesetzte plattförmige Epi-thelium allein ausgenommen.

Epithelium.

Die Haut, die serösen Membranen, die Schleimhäute,die innere Oberfläche der Blut- und Milchgefäße (weivaten)sind mit einem Gewebe bedeckt, welches man Epitheliumnennt, und welches aus isolirten, meistens Kerne enthalten-den Zellen besteht. Diese obere Haut löst sich nach Auflegen vonblasenziehenden Pflastern, durch Berührung mit heißen Gegen-ständen, oder nach dem Tode in Folge der Verwesung in