544 Thierische Gewebe.
großen Platten ab. Sie verwest viel langsamer als die Hautund gleicht hierin dem Horn und den Haaren; sie ist, wiedas Epithelium der übrigen Häute, frei von Gefäßen undNerven.
Das Epithelium entsteht aus Stoffen, welche von der Ober-fläche der Organe, die damit bedeckt werden sollen, abgeschiedenwerden. Eine aus denselben abgesonderte Flüssigkeit organisirt sichund bildet entweder eine einfache Schicht von Zellen, welche per-manent zu sein scheint, wie auf den serösen Häuten, in den Blut-gefäßen und an andern Stellen; oder es erzeugen sich mehrereLagen aufeinandergepackter, zusammengedrückter Zellen, deren äu-ßerste sich abnutzen und von unten her durch andere immer wiederersetzt werden, wie bei der Oberhaut (Fig. 86). Die erste Artkann man einfaches, das zweite schichtenförmiges Epi-thel iu in nennen. Bei letzterem vermehren sich bisweilen dieZellen, und die Schicht wird immer dicker, wenn durch äußereUrsachen die Absonderung der Flüssigkeit zunimmt, welche zurEntstehung der Zellen verwendet wird (Schwiele); oder dieZellen bildende Flüssigkeit scheidet sich an einer kleinen Stellein großer Menge aus, die Masse backt zusammen und wirktdurch äußern Druck wie ein eckiger Körper schmerzhaft auf dieHaut zurück und durchdringt dieselbe nach innen zu (Hühner-augen).
Die Zusammensetzung des Epitheliums sowohl wie dessenForm ist für verschiedene Theile, welche davon bedeckt werden,verschieden. Man findet in seinen Zellen nach Henle ein oderzwei Kernkörperchen mit dunkler Hülle und außerdem einzelnemehr vertheilte hellere Kerne. Erstere sind in Essigsäure, Am-moniak und kohlensaurem Ammoniak unauflöslich, in Kali undkohlensaurem Kali löslich. Die Zellen selbst sind hell und ent-weder mit einer klaren Flüssigkeit oder mit einer durchscheinen-den festen Substanz gefüllt. Sie liegen durchgehends so dichtneben einander, daß sie gleich den Pflanzenzellen polyedrischeFormen besitzen. In einigen Fällen sieht man deutlich eine die