546 Thierische Gewebe.
ßere Oberfläche jener Eingeweide selbst bedeckt sind, z. B. dasPsritonasum. Wenn man daher eine seröse Membran analp-siren will, so hat man außer der Substanz, die durch Kochenin Leim verwandelt wird, auch die Bestandtheile des platten-förmigen Epitheliums in Rechnung zu ziehen, welches man alsovorher mit einem Messer abschaben muß (S. 333). Beinahedieselbe Form hat die Hülle mancher Schleimhäute, z. B. diedes Mundes (Fig. 89), ferner die, welche das Herz, die Ar-terien und Adern bis zum Capillargefäßsysteme hin inwen-dig bedeckt. Sie wird selbst von kochendem Wasser nichtaufgelöst und ist auch in Aether und Alkohol, in Ammoniakund kohlensaurem Ammoniak und in verdünnten Mineralsäurenunlöslich, aber sie löst sich in Essigsäure, obwohl etwas schwie-rig, leicht in kaustischem Kali.
Plattenförmiges Epithelium.
Wir unterscheiden zwei Arten dieses Epitheliums: eines,welches aus einer einzigen Schicht besteht, und ein anderes,welches aus mehreren Schichten zusammengesetzt ist.
Einfaches Epithelium.
Wir haben dasjenige auf den serösen Häuten, namentlichvom Peritonaeum , untersucht *).
’) Einfaches plattcnförmigcs Epithelium. durch Abschaben von der in-neren Oberfläche des Peritvnäums einer Kuh erhalten, besieht aus sehr dün-nen, aneinander schließenden vielseitigen Plättchcn mit körnigem Inhalte; mansieht in jedem einzelnen Plättchcn nur einen Kern (Fig. 87). Von ver-dünnter Essigsäure werden sie viel blasser aber körniger. Es kommen nichtmehr Kerne zum Vorschein, vielmehr scheinen die Zellen jetzt frei von Ker-nen zu sein. Der körnige Inhalt dehnt sich bis an den Rand hin aus,durch stärkere Essigsäure weichen sie von einander und liegen in etwasgrößerer Entfernung; sie sind rund geworden, bleiben körnig und behaltendieselbe Größe, welche sie ursprünglich hatten (Fig 88).
Die durch Abschaben aus der Aorta vom Menschen erhaltenen Plattenhaben denselben Bau, sind aber noch blasser und weniger deutlich. Indessen