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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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Thierische Gewebe.

Eine ähnliche Verbindung liefert das Fischbein, und daletzteres sich in seiner Zusammensetzung dem Horn ziemlichnähert, so sollte man geneigt sein, Fischbein und Horn fürgleichartige Gewebe zu halten.

Diese Folgerung ist indessen weit entfernt, der Wahr-heit zu entsprechen; denn erstens wird Fischbein nicht wieHorn durch Essigsäure gefällt; ferner giebt Fischbein, in con-centrirter Essigsäure gelöst, mit Ammoniak einen Nieder-schlag von Proteinbioryd, während die aus Horn auf die-selbe Weise erhaltene Fällung fast genau die Zusammensetzungvon unverändertem Hörne besitzt; und endlich ist die sogenannteHorn-Chlorverbindung nicht durch bloße Einwirkung von Chloraus dem Fischbein zu erhalten, sondern erst nachdem es zu-vor in Actzkali aufgelöst war.

Nicht weniger weicht die Zusammensetzung des Hornsvon der des Fischbeins ab, und sie ist ebenfalls eine andere,als die der Oberhaut und der Nägel. Denn die Bestimmungdes Stickstoffgehaltes von S ch er e r scheint nicht ganz richtig zu sein.

Wenn wir erwägen, daß Aetzkali aus Horn eine bedeu-tende Menge Proteintritoryd erzeugt, so wird es nicht un-wahrscheinlich, daß das Horn nach folgender Formel zusam-mengesetzt ist:

Cso Um N 22 0 2 z S 2 = 2 (C 40 H 62 N 10 O m S) + N 2 H4;oder daß es aus Proteinbioryd, mit Schwefel und Amidvereinigt, besteht. Wenn sich dies so verhält, so wird deraus der essigsauren Lösung erhaltene Niederschlag N 2 H* we-niger enthalten, und für 8 2 können 0 2 eintreten:

^80 ^124 ^20 0 zz S 2 = 2 (C 40 6tz 2 N 10 0 15 )

Die Zusammensetzung jenes Niederschlags war folgende:

Prote inoryd

geß

At.

ber.

c

5(190

51,25

40

51,45

H

6,49

6,46

64

6,72

N

15,66

15,53

10

14,90

0

8

26,32

0,63

16

26,93