Thierische Gewebe. 565
und iner schwarzen körnigen Substanz in den Marlkanälen istnichts im Fischbem enthalten *)♦
*) Zm Fischbein kommen zwei verschiedene Körper vor; der eine hat ein gleich-förmig grauliches Ansehen und mag die graue Substanz heißen (Fig.99a);der andere hat eine dunklere Farbe und heißt die schwarze Substanz (Fig.M t>). Letztere zeigt auf einem ihrer Längsdurchschnittc, mit der Lupe be-trachtet, deutlich wahrnehmbare dunkle parallele Streifen, zwischen denendas Gewebe mehr eine graue Farbe besitzt; man kann sie deshalb auch ge-streifte Substanz nennen.
Das zur Untersuchung dienende Stück hat eine Dicke von ohngcfährzwei Millimetern und besteht aus einer mittleren Schicht der schwarzenSubstanz von % Mm. Dicke, welche zwischen zwei anderen Schichten vonder grauen Substanz eingeschlossen liegt, deren jede ohngcfähr 3 / 4 Mm. imDurchmesser enthält. Diese drei Scheiben kann man daher sowohl auf demLängs- wie auf dem Ouerdurchschnittc deutlich unterscheiden (Fig. 90).
Auf dem Ouerdurchschnittc zeigt eine dünne Scheibe der grauenSubstanz unter dem Mikroskope eine Menge paralleler, mehr oder we-niger gebrochener Streifen, welche eine geschichtete Struktur andeuten(Fig. UM). Daraus scheint hervorzugehen, daß jene Substanz aus sehr dün-nen Plättchcn gebildet ist, welche der Oberfläche parallel einander bedecken.Zwischen diesen Plättchcn steht man sehr kleine ovale dunkle Flecken unre-gelmäßig in größeren oder kleineren Entfernungen von einander liegend,welche bei Erweiterung des Focus alsbald ihr dunkles Aussehen verlierenund demnach kleine Höhlungen zu sein scheinen (a).
Durch Zusatz von dickem venctianischen Terpentin werden obige Fleckenanfangs noch dunkler; flüssiger Terpentin macht sie augenblicklich sehr durch-sichtig (>,), wodurch es wahrscheinlicher wird, daß sie in der That nichtsanderes als kleine Höhlungen sind.
Auf dem längs dem zwei Millimeter dicken Rande geführten Längs-schnitte nimmt man dasselbe wahr; die Höhlungen erscheinen hier schmalerund mehr vcrlängt (Fig. 101).
Auf dem Längsdurchschnittc, parallel der Oberfläche, erkennt man diegeschichtete Struktur nur aus den hier und da durchschnittenen Platten. Wodieser Schnitt vollkommen parallel der Oberfläche geführt ist, läßt sich die-selbe nicht wahrnehmen. Die Schichten laufen also der Oberfläche parallel.
Die schwarze Substanz zeigt auf dem Ouerdurchschnittc sehr kleine,meist runde Oeffnnngcn (Fig. 102, (Fischbeinkanäle) in regelmäßigenEntfernungen von einander liegend, die man oft mit einem dunklen Stoffegefüllt steht. Um eine jede dieser Oeffnnngcn liegt eine große Anzahl coneen-trischer Schichten, deren äußerste übrigens nicht rund bleiben, sondern sichan denen der angränzenden Kanäle so abplatten, daß sie den Raum zwischenje zwei Kanälen (die besprochenen runden Oeffnungen) fast ganz einnehmen(Fig. >02, 2). Jxnc concentrischcn Lagen haben ohngcfähr gleiche Dicke,wie die Scheiben der grauen Substanz, und man nimmt zwischen ihnenebenfalls kleine dunkle Flecken wahr (Fig. toll), die übrigens noch viel klei-ner sind als bei der grauen Substanz, und mehr runde» Punkten oderkleinen Streifen gleichen, deren man in der Nähe der von concentri-schen Schichten umgebenen Kanäle eine große Menge findet. Terpentinmacht sie ebenfalls durchsichtig. Darüber sieht man eine große Anzahl sehrfeiner Streifen, welche strahlenförmig von jedem Fischbeinkanälchcn ausge-hen und sich durch alle die umgebenden Schichten zu verbreiten scheinen.
Auf dem Längsdurchschnittc zeigt die schwarze Substanz dunkle, in rc<
36