572 Thierische Gewebe.
Van Laer hat für das Haar die ZusammensetzungC, 3 H 8 ,N lä 0 17 S 2 gefunden *). Wenn wir davon die Schwe-
mehrercn auf einander liegenden Schichten zu bestehen. Hier und da
lösen sich Scheiben von der Oberfläche ab, und zwar in der Richtung von
der Basis des Haares nach dem Ende zu, indem sie nach außen hervorste-hen, aber mit dem untern Ende festhakten (Fig. 110 l).
In conccntrirtcr Kalilauge (nach vier Stunden) bleiben die Haaredunkel und nicht geschwollen. Lurch Zusatz von Wasser schwellen sie starkan, und das Epithelium wird sehr hell und durchscheinend.
Barthaarc, welche vier Stunden in conccntrirtcr Kalilösung ge-legen haben, verhalten sich wie die vorigen. Durch Wasser schwilltAlles stark an, das Epithelium berstet und der Inhalt löst sich auf; nachspäterem Zusätze von Schwefelsäure ist das übrig gebliebene Epithelium sehrdeutlich zu sehen. Dieses Epithelium, welches aus einer Protcinvcrbindungbesteht, unterscheidet sich von der Epidermis dadurch, daß die Plättchen sichnicht mehr zu Zellen ausdehnen lassen.
Barthaare, welche drittchalb Stunden in concentrirter Schwefelsäuregelegen haben, sind rauh durch das hervorstehende Epithelium, welches sichdurch Reiben in größeren Lamellen ablöst, worauf man die Oucrstreifcndes Haars deutlich erkennt (Fig. III a); durch stärkeres Reiben isolircnsich die abgelösten Epitheliumplattcn (1>). Durch Druck löst sich das ganzeEpithelium in großen Lamellen ab, und es theilt sich die darunterliegendeHaarsubstanz (seeundäre Haarbündcl fFig. >12 .->)) in feine Fasern (b) oderPlättchen (c), welche unter Einwirkung der Schwefelsäure ziemlich ange-schwollen sind.
Schwarze Haupthaare sind nach vicrundzwanzigstündigem Verweilenin concentrirter Kalilauge stark geschwollen und sehr weich; durch Zusatzvon Wasser zertheilt sich das Epithelium und das eigentliche Haargewebc,und lös't sich größtentheils auf, ohne Zcllcnform anzunehmen, während dasMark isolirt übrig bleibt, welches bei durchfallcndcm Lichte dunkel erscheintund mehr oder weniger eine zelligc Struktur wahrnehmen läßt (Fig. 113a).Schwarze Barthaarc, 24 Stunden mit Kali behandelt, verhalten sich voll-kommen gleich (Fig. 113 b).
Zn der Haut eines ausgewachsenen Fötus findet man immer zwei
folliculi der Haare (lanugo)
neben einander;
die daraus entstehenden
Haare laufen parallel, kreuzen
sich späterhin und
> treten dicht neben ein-
ander aus der Oberhaut hervor (Dondcrs und
M.)
‘) Van L »cr, in Sheik. Glider;
c, ])eel I, p, 177.
gef.
2t t.
bcr.
C 50,65
53
50,12
H 6,36
82
6,33
N 17,14
16
17,52
0 20,85
17
21,03
8 5,00
2
4,99 -----
^40 1^62 ^10 0,2
«s + C^H^O,
b‘
Die Analvsen von Schcrer
(Ann. der Pharm.
, 1841, Oktober, S. 55)
stimmen mit jenen im Kohlenstoff- und Stickstoffgehaltc fast ganz überein.
I.
II.
III.
f 51,53
90,65
50,62
H 6,69
6,77
6,61
N 17,94
08 23,84.