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Versuch einer allgemeinen physiologischen Chemie / von G. J. Mulder ; mit eigenen Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe seines Werkes
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Thierische Gewebe.

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Alle diese Arten von Binde- oder leimgebendem Gewebeentstehen aus Kügelchen mit einem Kerne, worin ein oder zweiKernkörperchen wahrzunehmen sind. Die daraus gebildeten Zel-

obige Bindegewebe unter der fascia. Nach Zusatz von Wasser kommenwieder elastische Fasern zum Vorschein.

Haut vom Oberschenkel eines erwachsenen Menschen,nach vierstündiger Einwirkung von verdünnter Essigsäure. Unter demKerne enthaltenden Theile der Oberhaut sind die Fasern des zelligcn Gc-wcbes geschwollen und durchsichtig geworden. Man sieht feine, gebogene,kurze elastische Fasern, welche um so stärker und länger werden, je mehrsie von der Oberfläche entfernt liegen (Fig. IIS ). Sie bilden daselbst durchvielfache Verzweigung und Umbiegung ein Netz, dessen Maschen ganz durch-sichtig und von dem geschwollenen zelligcn Gewebe eingenommen sind. DieFasern werden in der Tiefe größer und dicker, sind weniger verschieden-artig und bilden größere Zwischenräumc, in denen Fettgewebe liegt. Hierliegen auch die Schweißdrüsen, deren spiralförmige Entlecrungskanälc dieHaut durchdringen, ferner die glandulae sebaceae und die i'oHiculi derHaare.

Nach funfzigstündigcm Verweilen in Kalilauge bleiben auf Zusatz vonWasser sehr viele elastische Fasern übrig, welche breiter sind als in denSehnen und irgend anderswo und ihre eigenthümlichen Krausen und auchVerzweigungen besitzen.

Haut von einem Fötus, sieben Stunden in conccntrirtcm Kaligelegen. Es ist Nichts erkennbar. Auf Zusatz von Wasser bleiben netzar-tig verbundene elastische Fasern übrig, und zwar an einem Theile des Ran-des der Probe. 3n der Mitte des Stückes sieht man, wie in dem Zellen-gcwebe unter der fascia, rundliche, durch einen dicken Rand begränzte Oeff-nungen, und darin einen dunklen Inhalt, welcher sich nach längerer Einwirkungdes Wassers zertheilt und eine körnige Masse darstellt, die sich hernachauflöst.

Haut von einem Fötus, in Essigsäure bewahrt, zeigt dünne, gewöhnlichsehr kurze elastische Fasern, mit Anschwellungen der Kerne versehen, wor-aus sie sich gebildet haben.

Die festen Bündel der fascia lata des Oberschenkelsbesitzen nach sechsstündigem Verweilen in Kali schlangenförmig parallel lau-fende, feine Fasern, auf denen rcchtwinklich breite durchscheinende, mit einerArt von Hülse umgebene Bündel stehen.

In der fascia bestehen die schlangenförmig laufenden Fasern aus ela-stischem Gewebe. Man trennt sie durch Auscinandcrreißen und bekommtalsdann sehr breite Fasern. Nach funfzigstündigcr Einwirkung von Kaliund Zusatz von Wasser behält man bloß die elastischen Fasern übrig.

Auf dem Quc rd u'pchsch nittc der Sehne (getrocknet) des se-mitendinosus (Fig. IM) nimmt man nach Zufügung von Wasser sekun-däre Schncnbündel wahr von verschiedener Größe (I), durch loses zclligesGewebe (2), mit körniger Znterccllularsubstanz, verbunden. In diesem losenZellgewebe sieht man Durchschnitte von Blutgefäßen (6) und um dieselbenrund herum Fettgewebe (4). Jedes sekundäre Bündel zeigt eine Mengeverlängerter, regelmäßig verthcilter Punkte, welche die Durchschnitte der Fa-sern des elastischen Gewebes sind.

Ein Längsdurchschnitt in der Richtung der Achse der Sehne des ge-trockneten semitendinosus enthält parallel laufende durchscheinende Bün-delchcn, welche aus dünnen, schlangenförmig gewundenen Sehnenfasern bc-