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Sciagraphia artis tignariae, oder nutzliche Eröffnung zu der sichern fundamentalen Holz-Verbindung, bey dem Gebrauch der unentbehrlichen Zimmermanns-Kunst / von Johann Jacob Schübler
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15, 16,

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von denen bedeuteten erzwungenen wesentlichen Holz- Stücken abzuleiten, und mithin die ZahnsSchnitte von denen Dach- Latten, weil sie als Afferes über die Templa herunter hangen, gleichüber die hangenden Platten unter der Kranz Leisten zu machen anpreist. Weil aber die inFig. 134. gemachte Vorstellung eines antiquen Daches nur eine Figürliche Anschauung gewäharet, und für sich durch die einfache Hölzer Templa, Afferes, und Tignum fupra trabem, feine solsche Klarheit hat, als in Fig. 164, 165, 166, und 167. Deutlichkeit erhellet ist, und über diesesdiejenige, so alles aus dem Vitruvio, von dem wir doch keine Figuren, sondern nur eine Beschreisbung generaliter von dem Dach. Werck haben, erzwingen wollen, gar bald etwas widereinander streitendes erhaschen, und den guten Morgen zur Mitternacht in der wesentlichen BausKunst Ursprung anbringen können, so vergnüget euch mit diesen antiquen Mustern, indem ausfelbigen hervorblicket, wie ihr Erfinder nebst der sige lichen Erfänntniß auch die anschauendeErkänntniß gebraucht, und die Verknüpfung aller Hölzer wenigstens so viel Gelegenheit aussgedrucket hat, daß die antiquen Baumeister durch die Abftraction bey ihren steinern GefimssWercken keine andere Einschränckung zu machen nöthig hatten, sondern nur solche Gliederdurch die Ausführung zierlicher Verhältnisse, als die Höhe gegen ihre Breite auseinander/ undin beffere Confideration der Schönheit gesezet haben.

CAPUT

XIII.

Tab. 14. Application derjenigen in Tab. 12. unter Fig. 162. und163. enthaltenen Vortheile bey Aufrichtung eines grossen Daches miteiner darüber befindlichen Gallerie, unter einer solchen Conftruction, daß die Lastdes Daches die zur beeben Seiten stehende Mauren, wenig oder fast gar nicht beschwebsren könne, samt einem beygefügten würcklich erbauten Erempel einer FranzösischenKirche, oder Temple du Charenton, an welchen eben dergleichen Elementa mit Hinwegthuung eines einigen angebrachten Holzes erhellet, und derjenige Bortheil davon besreits ufuell hervorleuchtet, welchen wir hier durch unsere verfezte und bisher abgehans.delte, veränderte und componirte Winckel, als prima principia, zu derkünstlichen Dach Verbindung eröffnet haben.

6. 146.

endeme ich der Zuversicht lebe, es werben Lehrbegierige diesen gegenwärtigen Tractat nichtfic fac durchlesen, sondern von einer Tabelle auf die andere ihre Betrachtung gewendethaben, und solchemnach die zu Ende Tab. 12. bielfältig gezeigte Muster von künstlicher Verknüpffung allerhand Streben oder Biege sich hier erinnern, oder ein wenig bey der gegenwärtigenTab. 14. wiederholend, zu beschauen Belieben tragen. Und wenn sie unter andern Fig. 162.163. ein wenig erwogen, so wird ihnen diese hier von mir Tab. 14. Fig. 177. gemachte Armirungder gegeneinander druckenden, und in Aequilibrio befindlichen Last nach dem angezeigten Bley,Fig. 177. Senctel FR. um so viel ehender begreifflich seyn, denn in dieser Fig. 177. können diejenigen, soLuft zum Nachdencken bezeigen wollen, die Würckung der Imagination öffentlich erkennen, warumman hier und dar an etlichen alten Gebäuden so grosse hervorragende Dächer bey denen Vor.Lauben so lange Zeit unwandelbahr erhalten hat, ja daß diese besagte Dächer nach ihrer wesentslichen Last auf denjenigen Säulen, welche sie aufserlich zu unterstützen sind gesetzet worden, wesnig oder fast gar nicht gedrucket/ und mithin diese Säulen nicht vorwarts zu fincken, find gesnöthiget worden. Ich könnte hier verschiedene antique Gebäude entwerffen/ wenn ich nichtzu weit damit denjenigen Raum einnehmen würde, so ich zu etwas anders zu füllen nöthig habe; damit ihr aber doch nicht gang ohne alle Exempel hier etwas schlechterdings annehmen dörfFig. 178. fet, so fönnet ihr zugleich die hier gezeigte Fig. 178. und 179. vorläuffig in Augenschein neh179, men: Denn in Fig. 179. babe ich ein Profil aus Marots Werck oder den Tempel du Charen-ton vorgebildet/ welcher ehemahls nach dem Deffein Sr. de Broffe ift entrichtet worden. Weislen wir aber in besagtem Marots Werck gang keine Erklärung, und auch bißhero in feinem ar-chitectonischen Buch, so mir in die Hände gekommen, von dieses Daches Verbindungs. Art,fein Wort aufgestoffen, und die meisten so diese Figur obenhin betrachten, vermuthlich diesse. Berbindung in der Zimmermanns. Kunft als etwas gemeines halten können. Wenn manaber auf dasjenige, was ich bißhero in diesem Tractat burch die fren aufgehängte armirte WinckelsHölker unter mancherley verknüpfften Winckeln fiehet, und nichts auffer Gedächtniß lassen will,so wird sich an dieser Affemblage so viel äussern, daß man hier in Fig. 177. die Raifons und dieElementa der Bewegungse Ursachen von dergleichen Holger, zufamm zu fügen übersehen kan.

§. 147