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Sciagraphia artis tignariae, oder nutzliche Eröffnung zu der sichern fundamentalen Holz-Verbindung, bey dem Gebrauch der unentbehrlichen Zimmermanns-Kunst / von Johann Jacob Schübler
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$. 149.

Fig 176. Zur Bewerckstelligung dessen kan man sich abermahls aus Fig. 176. ein hinlängliches Fun-177. dament versprechen, und disseits in Fig. 177. nur 2. anderst fituirte und proportionirte Strebettoder Biegen anordnen, auf welchen alsdenn das Dach bey einem Gebäude kan geleget werden.Ergreiffer dahero aus Fig. 176. abermahl den Sinum totum oder den Radium A G. von 1000.part, oder schlechterdings in Fig. 177. die schon bestimmte Länge des Trag Bieges KA, und trasget selbige aus M. unter sich gegen H, oder ihr könner auch nur aus M, von B. nach Anweisungdes blinden Bogens die Menfur MB herab nach H. tragen. Nehmet nach diesem aus Fig.176. den Sinum rectum von 45°. oder die Menfur HG, und traget selbige aus dem gemachtenpunct H. Fig. 177. aufwarts durch einen kleinen Bogen gegen T. fenntbahr, alsdenn stellet diesunverruckte Menfur oben in den punet M, und beschreibet unter sich gegen T. eine gemeineBogen Section, so könnet ihr von M. durch die Section T. eine schrege gefällig lange Linie nachO. erstrecken, und auch eine andere vor T. nach H. andeuten, und damit den Winckel bep X.und 1. von 45°. bestimmen. Ordnet dahero nach dieser determinirten Schregheit HT. dasBieg IG. ebenfalls von 707. part, oder nach der Menfur HG. oder IG, Fig. 176, und verefetzet felbiges bey H. in die Häng Säule FQ. mit einem starcken Zapffen. Endlichen aber füsget in dieses schrege Bieg IG. bev 1. noch ein anderes horizontal- liegendes Bieg 10, daß selsbiges ebenfalls ben 1. und O einen Winckel von 45. ausdrucket, um aber solches behend zu leissten, so setzet nur den Circul in den bekannten punet T, und beschreibet mit der Weite TM. denBogen MO, so giebt euch die Section O. auf der schon schreg gezogenen Linie MTO. den Orten, von welchem ihr nur dorfft horizontaliter hinüber von O. in I. ein Holk gehen lassen. Ob nunschon dieses Horizontal geordnete Bieg IO. feine solche Einschränckung hat, daß es eben justvon dem punct O. nach I můste unumgänglich geführet werden, sondern wo ihr nach Anzeigder Linie V W. eine andere Horizontal- Linie gegen das Bieg IG. führen würdet, ihr gleichwohlin dem punct V. und W. einen Winckel von 45. jedesmal ausdrucken könnet. Jedoch werdetihr dem gegenwärtigen Muster gemäß beffer thun wenn ihr das Bieg wie IO. zeiget, dermah-len anbringet, damit das darauf gelegte schrege Holz FL. von O. biß L. nicht so weit frey übershangend bleibe, und bey dergleichen Application im groffen Wercke nicht so bald einschlagenoder sich krumm werffen könnte, im Fall iman dieses schrege Holk FL. bey L. gar nicht zu untersfügen gezwungen würde.

§. 150.

Um nun aber mit diesem schregen Holz folgends die Erfahrung zu Ende zu bringen, daßwenn man auf die 2. Biege IG. und 10. ein schreges Holh von F. biß L. anhefftet, das benöthigete Gegen: Gewicht dadurch erhalten werden könnte, die Häng Säule FQ begehrter massenvertical zu erhalten, wenn die gange Armirung dieser Hölzer lediglich in F. aufgehänget wird:So stellet euren Versuch dergestalt an, und proportioniret dieses schrege Holz FL. nach derangenommenen Gröffe eures horizontal- gelegten Holzes PF, und so ferne ihr z. E. die LängeFP. für das horizontal liegende Holz, und von M. big P. hinaus in 2. und ein halben Theil theislen könner, so gebet von den punct X biß T. nach W. gegen L. zu 3. solche gange Theile disfeitsdem schreg abbängenden Sols XL, ja weil das horizontal- liegende Holz PF. der darauf druskenden Schwehre der Lufft bey einer langen Dauer dieser Situation stärcker als das schregeHolz XL. unterworffen, so könnet ihr den leztern Theil von W. biß L. an dem Holk XL.nur etwas vergröffern, und selbiges angezeigter massen oben bey F. und X. in die Häng.Säule bevestigen, und auch ben T. in das Bieg IG, unten aber bey O. in das Bieg 10. gehosriger massen verbinden, und in solchem Zustand oben bey F. ein Loch durchbohren, und diesevöllige armirte Hölzer frey schwebend aufhängen, so werdet ihr erfahren, wie die Hång Sausle FQ gehöriger massen, nach dem Bley: Senckel wird vertical hangend das Quer Holh PF.horizontal, und das andere schrege Holz FL. diffeits nach 45 schwebend erhalten werden.Beraus ihr also genugsam schlieffen könnet, daß wenn man diese armirte Holger bey dem GesFig. 178. brauch und Anordnung eines Daches öffters wiederholen, und nach Beschaffenheit der Gröffein gehöriger Stärcke anbringen, und also verfahren wollte, wie ich hier in Fig. 178. ein Musfter von einem Dachwerk angegeben, und damit einen groffen Saal von 25. Schuh breit dasmit zu bedecken gezeiget habe, so wird euch diese Verbindung genugsam überzeugen, wie dieElementa und Principia der Holz Verbindung auf die Gröffe der versetten Biege nach der Grösse der angegebenen Winckel ankommt, und daß so denn diejenige Laft, welche die hieben zuoberst angedeutete Gallerie in Form eines Orientalischen halben Daches ebenfalls durch die zubeeden Seiten angebrachte Pult. Dächer caufiret, welche wir in unserem iten Theil der Zimmersmanns Kunst pag. 15. mit Vitruvii Wort Deliciata geheissen, ihre Gegendruckung vermög deraufgelegten Schwehre der Dach: Ziegel überkommen kan, wenn auch schon besagtes PultsDach bey B. auf der Mauer R. feine so starcke Ruhe haben, sondern nur die Häng Säule FQFig. 177