Buch 
Sciagraphia artis tignariae, oder nutzliche Eröffnung zu der sichern fundamentalen Holz-Verbindung, bey dem Gebrauch der unentbehrlichen Zimmermanns-Kunst / von Johann Jacob Schübler
Entstehung
Seite
78
JPEG-Download
 

78

443( 0) 63

und Tab. XI. in gröfferer Figur die besondere Weise der gebrauchten Holtz Verbindung beskannt gemacht, bier in unserer Tab. 15. und 16. zu beschauen mit benlegen wollen, und zwarFig. 190, was Tab. 16. mit Fig. 190. und 191. anbelanget, in eben der Gröffe vorgezeigt, wie sie von M.191, Perrault im angeführten Buch ist vorstellig gemacht worden. Und weil diese verbundene Hölzerso groß deutlich und corperlich in Fig. 190. und 191. Tab. 16. jedermann in die 2lugen fallen,und recht peripectivisch gezeichnet sind/ fo halte für unnöthig hier weiter mich mit Worten aufazuhalten, indem ich hier von Brücken Bau nicht zu reden willens, sondern zu Ende des erstenTheils meiner Zimmermanns- Kunst, ein und anders bey dem Spreng- Werck gedacht, das übrisge unbekannte aber von dieser Materie zu einer andern Gelegenheit verspahre, weilen ich hierben gegenwärtiger Erinnerung nur die Betrachtung auf die Central- gehenden Holger EACE.Fig. 190. und die mit III. bezeichnete Holger Fig. 191. zu wenden euch erinnern will, massen felaFig. 185. bige nach Anzeig Tab. 15. Fig. 183. bey Vorstellung der gangen Brucke sich nach demjenigenHand- Riß, so mir davon in Franckreich in die Hände gekommen, ebenfalls centraliter und zwarnach den 2. dufferften puncten A. und C. nach einen Winckel von 30°. neigen, wie hier durchdie schreg punctirten Linien a gc. genugsam ausgedrucket ist.

§. 154.

Weilen nun aber der in der Phyfic von M. Perrault mitgetheilte Brucken Riß, unserm gesFig. 183. genwärtigen in Fig. 183. gang ähnlich, und die central- gehenden Hölzer nach einerley Winckelgehend zufamm treffen, unsere Fig. 183. aber noch nicht in feinem Baus Tractat zum Vorscheingekommen ist, so möget ihr selbige nach meiner gegenwärtigen proportionirten Austheilung nachGefallen kosten, und daraus erkennen, daß erstlich der gang gesprengte Bogen ac. sich auf denWinckel agc. von 30°. beziehet, und daß die mittelste Höhe der Brucken Hölzer von b. nache. so centraliter nad) g. lauffen, der 18. Theil des Radii bg. beträgt. Wenn ihr dahero diese Brüscke zur Bestimmung dergleichen central- gehenden Holger proportioniren wollet, so beschreibetaus g. den Bogen abc, und machet einen 30°. Winefel ag c. nach Anzeig der Linie age, so giebtder Bogen ab c. die obere Krümme der Lehne längst der Brücke. Theilet ihr aber den Radiuma c. oder gc. in 18. gleiche Theile, so habt ihr durch ein 18des Theil die långsten Central- gehenaden Hölzer cf, und ad, woselbst die Brücke an der Widerlags Mauer ihre Spannung bekommt.Habt ihr also durch die Data f. und c, a. und e, die aufferste Schregheit nach dem Winckel von30°. determiniret, daß ihr die dazwischen befindliche central- gehenden Hölzer nach dem gegen.Fig. 190. wärtigen Muster leicht eintheilen, und also bewerckstelligen könnet, als euch Fig. 190. und 191.191, in corperlicher Vorstellung die Ausübung anzustellen, erklären thut. Was die Ineinander Plat

tung und Auslochung der dabey gebrauchten Hölzer belanget, so findet ihr sie hier StückweißFig. 184. in Fig. 184, 185, 186, 187, und 188. abgebildet. Ja in Fig. 189. habe ich denen sich um die Baus189. Kunst bekümmerenden Liebhabern durch den in 6. gleiche Theil ausgetheilten halben Circul Bosgen ADGCNE. und B. gewiesen, wenn das Stück von E. biß F. unter der Menfur von 30°.für die gesprengte Grösse der Brücken angenommen wird, und man ziehet von D. nach FE.hinauf, und disfeits von E. nach F. eine schrege Linie, so entstehet auf DE. die Section I. und aufEF. die Section K. Läffet man aber durch I. und K. eine Horizontal- Linie gehen, so bedeutet felbige die Grund- Linie des Flusses, und zeiget an, wie weit das Mauerwerck der Widerlag überdem Grund Bau erhaben werden müsse. Låsset man aber von der Section G. nach H. nochmalen eine Horizontal- Linie gehen, so erlangt man die Section L. und M. auf IE. und KF. Führtman auch weiter von GL. und I, wie auch von HM. und K. schrege Linien nach C, so entstehetnicht allein die Section O. und P, sondern der Bogen ONP. zeiget die Höhe der gesprengten Brüscke über dem Wasser an, und läffet man von der Section O. nach Q wie auch von P. nach R.perpendicular- Linien fallen, so giebt das überschattirte Stuck zu beeden Seiten PRKHP, undOQIGO. die hinlängliche Widerlags- Grösse an, welches Mauerwerck bey O. und P. Reilför.mig nach der Linie EOg. und FPg. darzwischen nach dem punct g. bringet, und unter dieserConftruction der gangen Brücke mit allen ihren Central- gehenden Hölzern einen geschlossenenBogen genugsam ausdrucket, der aus vielen Stück Hölkern, gleichwie ein steinerneraus vielen Stuck Steinen zusamm gefeßet, seine Haltung zwischen dergegendruckenden Widerlag haben kan.

CAP