84
( 0)
und bereits an dem grossen Bau des besagten Louvre schon lange her ist unter gutem Effect angewendet worden, dieses Ubel aber bey allerhand Gebäuden das Schwingen der Lager Balckenzu verwehren, meines Wissens in denen architectonischen Schrifften, noch nicht abzuhelffen, istFig. 222. gewiesen worden: Also will ich durch Fig. 222. und 224. euch noch eine andere Weise gemein224. machen, wie man das Schwingen der langen frenliegenden Lager. Balcken, durch eitel gegen einsander lauffende Streben verwehren mag, massen boch mehr gerade horizontal- lauffende Descken oder Platfonds als Bogenförmig ausgeschaalte in der Welt zur Execution gebracht werden;dahero habe ich den in Fig. 221. mitverknüpfften Vortheil der aufwarts spreißenden SchaalsStreben in Fig. 222. auf eine solche Weise verknüpfft, daß man dasjenige um so viel besser versftehen könne, was in der sten und 12. Tabelle meiner Eclectischen Civil- Bau- Kunst angerühret, undin der Praxi auch selbsten für richtig erfunden habe, anerwogen mir erst vor 2. Jahren, ein in-ereflirter Werckmannn schwaches Holz für starckes bey einem Lager- Boden eingeschoben, unddamit ein solches Schwingen des Fuß Bodens erreget, welches ich aber auf diese Weisevöllig reftituiret habe, und die Veranlassung aus den uralten Maximen des gemeinen Schliersund Glaub Wercks, als etwas bekanntes abgesehen, ob es schon auf diese Weise wenig wirdfeyn appliciret worden.
Fig. 222.
164.
Da euch nun Fig. 222. deutlich zu erkennen giebet, wie ihr euch bei Armirung und Bersstärckung der Lager- Balcken YXZ. zu verhalten, und die aus kleinen Stücken- Bretter bestehensde Streben V, W, T, S, R, P, Q, O, N, und M, L,& c. nur in die gemachten Nuthen der Lager.Balcken, als wie bey A. und D. die Strebe bey ML. und bey G. und F. die Contra- Strebe SR. an.deutet, Wechselweiß verseken dörfft: Also erinnere ich euch nun hier, daß die Nuthen oderAlusholungen, welche hier mit dem punct G, I, H, K, E, F, D, C, und AB. auf der breiten Seitedes Lager- Brettens angezeigt längst des ganzen Lager Balckens machen, alsdenn auf die schmale Seiten legen müffet, wenn ihr euch des hier berührten Vortheils, alles Schwingen zu verwehren, recht zu nugen machen wollet, massen diese Weise die Lagers Balcken zu verstärcken, weitmehr zum Voraus hat, als die gemeine Methode der Zimmerleute, welche zwischen den ausgesfälgten Spüntern DB, und denen ausgefälsten Lager- Balcken C. und A.die Spunt Bretter HGF.Fig 225. nad Fig. 225. zu legen pflegen, und wie ich Fig. 35. Tab. VII. Der Eclectischen Civil- Bau Kunft derzweyten Continuation die Spunt- Bretter einzuseßen, nach der gemeinen Weise bereits perfpecti-visch vorgestellet habe. Indeme aber die Werckleute und auch einige Baus Herrn, bey Erblidung Fig. 222. diefer beffern Methode mit einem Einwurff dagegen sich ausrüsten könnten, und fürsgeben möchten, wie man bey dieser Gegeneinander Strebung gleichwoldas schwehre Schlierwerckbeybehalten müffe, ehe man den Zwischen Raum zur benöthigten Wärme der Fuß Böden geshöriger massen ausschütten könne; allein es hebet sich dieser Einwurff von selbsten, indeme erstalich heut zu Tages die meist erbauten Zimmer zur Stuckador Arbeit belattet, und mit rauhenStroh Zeug der Zwischen Raum der Latten verworffen werden muß, und zweytens kan nochFig. 224. über dieses die besorgende inconveniens, nach Anzeig Fig. 224. völlig gehoben, und diese meinevielfältig applicirte Weise für univerfal geachtet werden, massen ihr in Betrachtung Fig. 224.Fig. 226. fehet, daß wenn die Strebe CD. und FL. also eingeschnitten werden, wie in Fig. 226, derAusschnitt A. und in Fig. 225. der Ausschnitt B. vorstellet, nach diesem aber so verschrencker, unddabey der Ausschnitt A. in dem Ausschnitt B. geschoben, wie in Fig. 224. der Effect von der Zufammfupplirung aller Streben zeigt, so werdet ihr, weil diese Berknüpffung keinen ZwischenaRaum noch einiges durchfallendes Schuttes verstattet, des ausschlierens überhaben bleiben,und doch zugleich dasjenige Vermögen erhalten, welches in Fig. 222, ebenfalls zu Schuldenkommt. Ich überlasse es euch also zur nüßlichen Anwendung, und weil ich in diesem Tractat,und sonderlich in Tab. 3. und 4. verschiedene gebrochene Französische Dächer, so würcklich ersbauet worden, aus der Pyramidal- Section nach ihrer Proportion euch ausfindig zu machen geslehret habe: Also habe ich hier nicht minder für gut angesehen/ euch aus dieser Pyramidal- Se-Fig. 211.& tion, einen generalen Auszug zu einer Nuk Anwendung hier in Fig. 211, 213, 214, 215, 216.213.214. mitzutheilen, und eine fur gefaffte Regul zur Proportionirung der gebrochenen Französischen215,216. Dächer, nach der neuesten manier selbige zu erhalten hier in Kundschafft zu bringen, indeme
Fig. 111.
man bereits anfängt, alle diejenige Schorsteine, so an einem Gebäude oben an dem Forst aussgeführet werden, Poftament- förmig wie VX. zeigt bekannter massen zu gestalten, und sie sonderslich in Form einer kleinen Gallerie oder Palluftrade WX. aneinander hånget, daß man zwischen ſeldbige bey ereignenden Fällen bequem oben auf das Hauß bey U. kommen fan.
§. 165.
Ich habe euch in Fig. 211. einen halben Grund- Riß von einer achteckigten Pyramide unterden Linien FH, HI, IK. vorgebildet, welcher sich nach der Grösse der Breite des Hauses CB. richFig. 216. tet, wie ihr denn bep Fig.216. sehet, daß daselbst der Grund Rif LB. von der Dicke der Mauer
ange